LUXEMBURGANNETTE DUSCHINGER

Die „Zugspitz-Arena Bayern-Tirol“: Erstes grenzüberschreitendes

Grenzenlosen Ferienspaß das ganze Jahr über - durch gemeinsame Veranstaltungen und eine optimierte Infrastruktur bündeln die beiden Tourismusregionen Garmisch-Partenkirchen und Grainau in Bayern sowie die Tiroler Zugspitz-Arena in Österreich künftig ihre Kräfte. Man geht innovative Wege mit dem Ziel, sich als gemeinsame Ganzjahresdestination im europäischen Premiumsegment zu etablieren. Die Kooperation, die von der EU als Interreg-Projekt gefördert wird, ist die erste ihrer Art zwischen Deutschland und Österreich und gilt als richtungsweisend.

Als „Zugspitz-Arena Bayern-Tirol“ grenzüberschreitend die Zugspitzregion zu vermarkten, diese Idee kam vor anderthalb Jahren auf. Seit einem Jahr arbeitet man nun intensiv an der Umsetzung. Markenbildung und Markenschwerpunkte setzen war dabei die erste Aufgabe: Ein gemeinsames Logo sowie das Reisemagazin „Grenzenlos“, das interessante Informationen und Reportagen sowohl über die Tiroler als auch die bayrische Seite der Zugspitz-Arena bietet, die ersten Produkte. „Das Projekt macht ungemein Spaß, gerade weil es so einzigartig ist und von so hoher Qualität“, sagt Katrin Perktold, Geschäftsführerin der Tiroler Zugspitz-Arena und Leadpartnerin des Interreg-Projekts. „Wir können die verschiedenen Stärken so viel besser ausspielen.“

Der Schnee-Express stand vor dem Aus -nun fährt er stündlich

Die Tiroler bieten eine ausgezeichnete Gastronomie und Hotellerie, die Garmisch-Partenkirchener in Ergänzung die Geschäftswelt, die Fußgängerzone und das Kulturangebot - ein Paradies zum Shoppen und Verweilen, wenn es einen einmal nicht in die Bergwelt zieht. Dort stehen den Besuchern insgesamt 207 Pistenkilometer und 89 Bahnen und Lifte zur Verfügung, die Region ist zudem ein Langlauf-Dorado, vom „Erlebnis Zugspitze“ und dem phantastischen Panorama ganz zu schweigen.

Das die Regionen verbindende Glied ist der Schnee-Express, die Zugstrecke Garmisch Partenkirchen-Zugspitz Arena-Reutte. Er stand vor dem Aus, die ÖBB wollte den Betrieb einstellen. Nun fährt er in der Wintersaison stündlich: Von kurz vor Weihnachten bis in den April hinein können die Hausgäste der Region den Schnee-Express gratis benutzen. Finanziert wird es von den Projektpartnern der „Zugspitz-Arena Bayern-Tirol“. „Für Einheimische und die Gäste ist dieser Service nicht mehr wegzudenken“, sagt Katrin Perktold.

Zusammenarbeit, wo sie Sinn macht - eigenständiges Marketing, wo bereits ein Image besteht

„Wir arbeiten zusammen da, wo es Sinn macht und wollen keinen Verband auf Gedeih und Verderb“, sagt Peter Nagel, Tourismusdirektor von Garmisch-Partenkirchen. „In den USA ist Garmisch-Partenkirchen bekannt durch die Abfahrtsrennen, in Japan die Zugspitze als höchster Berg Deutschlands - da, wo solch ein „Brand“ besteht, bleibt auch das eigenständige Marketing dafür.“

Im Sommer sind nun zwei große Veranstaltungen vorgesehen: Die „Zugspitz-Mountainbike-Trophy“ vom 6.-8. Juni und der „Zugspitz-Challenge“ vom 24.-26. August - ein Trail-Event, das sich an alle Trail-Begeisterten wendet, Anfängern auch die Gelegenheit zum Schnuppern gibt und ein vielseitiges Rahmenprogramm bietet. Aber nicht nur die gemeinsamen Projekte, allein schon der Austausch unter den Tourismus-Kollegen war ungemein wertvoll.

„Sich austauschen, voneinander lernen - so entstand eine Dynamik, von der nun alle profitieren“, sagt Peter Nagel. Die erwartet er sich nun auch für die Hotellerie auf deutscher Seite. „Garmisch-Partenkirchen war bislang verwöhnt durch die vielen Gäste aus der Münchner Gegend. Im Vergleich zur Tiroler Seite, die einem ganz anderen Konkurrenzdruck ausgesetzt ist, mussten wir uns nicht so anstrengen, sodass wir schon ein bisschen Staub angesetzt haben.“

Gefördert wird das Projekt mit 850.000 Euro, von denen 59% von der EU kommen. Das Interreg-Projekt läuft über zwei Jahre von Dezember 2012 bis Dezember 2014 und wird über die Tiroler Seite abgewickelt. 85% des Anteils, den die Regionen zu tragen haben kommen denn auch von der Tiroler Seite. Bayern ist also rein finanziell gesehen wesentlich geringer beteiligt. Den guten Beziehungen tut dies keinen Abbruch - es ist eine Freude zu erleben, mit welcher Begeisterung dieses gemeinsame Projekt geradezu gelebt wird.