LUXEMBURG
MARCO MENG

Enovos Trendwatch 2020

Wie sieht Luxemburg, wie die Welt im Jahr 2020 aus? Auf diese Frage versuchte die Enovos Gruppe Antworten zu erhalten. Mit Hilfe des Marktforschungsinstituts TNS und Befragungen von 375 internationalen Experten entstand der „Enovos Trendwatch“. Die Studie geht Innovationen, Entwicklungen und Trends bis zum Jahr 2020 in Luxemburg, Deutschland, Frankreich und Belgien nach. Die Fragestellung war konkret, wie ein „smartes“ Leben 2020 aussehen wird, wo die Innovationsfelder und Wachstumspotenziale für Unternehmen liegen und welche Geschäftsmodelle lassen sich daraus ableiten und sind in Zukunft denkbar? Welche Barrieren sind zu beseitigen?

Von heute bis 2030, davon gehen 54% der Befragten aus, werden Luxemburg, Frankreich, Deutschland und Belgien zu 100% mit intelligenten Versorgungsnetzen ausgestattet sind. 79% erwarten, dass bis 2030 die Energielieferanten mindestens 10% ihrer Umsätze mit Beratungs - und weiteren Serviceleistungen erwirtschaften. Dabei sehen 95% der Experten die Windkraft als Energie der Zukunft an.

Sich anpassen

Bernhard Reutersberg von EON verglich gestern bei der Vorstellung des Berichts den Energiemarkt der Zukunft mit dem Internet - ohne zentrale Steuerung. Denn die Verteilernetze gehen bald nicht nur in eine Richtung. Der Konsument wird auch zum Produzenten, zum „Prosumer“. Er verweist auf das Modellprojekt „E-Home“ das man derzeit in Deutschland betreibt: Das Elektroauto vor der Tür, die Photovoltaikanlage auf dem Dach und die Klimaanlage gespeist mit der selbst produzierten Energie aus der Sonne. Für Adam Bates von KPMG sind die Veränderungen nur allzu deutlich: Weltfirmen, die es heute gibt, gab es vor wenigen Jahren noch nicht; andere, die einst Marktführer waren, sind gänzlich verschwunden. Für Unternehmen geht es nicht unbedingt darum, der Schnellste oder Innovativste zu sein: aber der, der sich am besten anpassen kann.

Alles Maßgeschneidert

Der Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky verweist darauf, dass vieles, was auf den ersten Blick wie Science Fiction aussieht, schon absolut real ist: so sind beispielsweise Unternehmen wie Osram gerade dabei, leuchtende Tapeten zu entwickeln. Wohnzimmertische werden schon bald integrierte Computer sein, Spiegel werden interaktiv und können uns sagen, ob die Farbe der Krawatte wirklich zum Hemd passt. Das alles ist nicht nur irgendwann möglich, sondern schon jetzt. Und bald schon wird es zum Alltag gehören. Selbst in der Zeitungslandschaft, die sich schon in den letzten Jahren sehr geändert hat, wird sich weiter vieles ändern: in Zukunft wird es laut Jánszky maßgeschneiderte Zeitungen geben. Der Abonnement erhält nicht eine Zeitung, sondern stellt sie sich nach seinen Wünschen zusammen: den Wirtschaftsteil der Financial Times, den Politikteil der FAZ, den Sportteil der Bild. Was natürlich den Nachteil haben kann, dass man den Gesamtüberblick verliert. Die Ergebnisse der Befragung kann man unter www.enovos-future-summit.eu/trendwatch_2020.pdf herunterladen.