LUXEMBURG
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Zeremonie zu 10 Jahre „Employment Law Specialists Association“

Zum zehnjähriges Jubiläum der Vereinigung der Spezialisten im Arbeitsrecht („Employment Law Specialists Association“, ELSA) hatte die Vereinigung um Präsident Me Pierre Elvinger gestern in die Philharmonie auf Kirchberg geladen, um den Ist-Zustand im Arbeitsrecht Revue passieren zu lassen und sich so unter anderem die Frage zu stellen, inwiefern das Arbeitsrecht an die Anforderungen einer modernen Wirtschaft und Sozialgemeinschaft angepasst sei.

Neuen Bedürfnissen (noch) nicht gerecht

Zu diesem Zweck war unter anderem FEDIL-Präsident Nicolas Buck geladen, um über die Entwicklungen im Arbeitsrecht zu referieren. Dabei konstatierte er noch reichlich Nachholbedarf, wenngleich sich die Situation mit Entscheidungen wie den Zeitsparkonten, dem „Reclassement“ oder den Regelungen zur Zeitarbeit unverkennbar verändert habe. „Die Wirtschaft und die Geschäftsmodelle ändern rasend schnell“, meinte er. „Neue Modelle mischen den Markt auf, stellen dann aber auch völlig neue Fragen an das bestehende Arbeitsrecht.“ Deshalb müsse sich das Recht den neuen Umständen ebenso anpassen, wie umgekehrt.

Luxemburg sei stark beeinflusst durch seine Lage. „200.000 Mitarbeiter kommen aus der Großregion“, betonte er. Auch das spiele eine Rolle in der Zukunft des Arbeitsrechts, gerade mit Blick auf die Besteuerung und Arbeitslosenregelung. Auch die neueren Generationen der „Millennials“ könnten das Recht völlig neu und anders definieren. „Inzwischen zählt Mobilität und Flexibilität immer mehr“, meint Buck. Deshalb seien neue Modelle nötig, die Bedürfnisse der Arbeitnehmer und -geber besser verknüpfen, wie Kompetenzpools oder mehr Möglichkeiten zur Beschäftigung als Aushilfsarbeiter. Dass die Regierung aber in vielen Punkten bereits den richtigen Riecher habe, sehe man Buck zufolge an Projekten wie der „Luxembourg Digital Skills Bridge“.

Als weiteren Ausblick hatte ELSA-Präsident Elvinger auch den französischen Juristen Me Philippe Durand eingeladen, um über die Veränderungen und Reformen im Arbeitsrecht in Frankreich zu referieren. Luxemburg müsse sich auch stets bei seinen Nachbarn umsehen, um den Anschluss nicht zu verpassen. „Wir suggerieren allerdings keine Macron-Reform in Luxemburg“, betonte Elvinger.