LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Rund 150 Menschen marschierten am Samstag in der Hauptstadt für Tierrechte

„Ziel ist, dass die ganze Gesellschaft vegan wird“, formuliert Julia Arete von der Animal Dignity asbl den Zweck des Marsches für Tierrechte, die am Samstag rund 150 Teilnehmer in der Hauptstadt für die zweite Ausgabe seit 2018 zusammen brachte. Wobei nicht nur Aktivisten aus Luxemburg durch die Straßen zogen, sondern auch aus der Großregion und insbesondere aus Trier. „Animal Liberation – the time is now“, „Peace begins on your plate“, „Für Tierrechte, denn Mitleid ist zu wenig“, „We are not ingredients“, „No border, no nation, animal liberation“, waren unter anderem Slogans, die auf den Schildern der Teilnehmer zu lesen waren. Sie treten ein für das Recht der Tiere auf ein gutes und freies Leben und demonstrieren gegen deren Ausbeutung durch den Menschen.

Lëtzebuerger Journal

Schmackhafte Alternativen

Die Aktivisten wollen zunächst sensibilisieren. „Selten stellt man sich die Frage, wo das Fleisch herkommt, das man konsumiert und welches Leid dessen Herstellung verursacht“, erklärt Salma Vincent, „es gilt erst einmal wieder eine Verbindung herzustellen zwischen Konsum und Realität“. Laut Vincent gehöre Luxemburg zu den Ländern mit dem höchsten Pro-Kopf-Konsum von Fleisch. Dabei gebe es längst schmackhafte Alternativen zu tierischen Produkten.

Animal Dignity asbl-Präsidentin Céline Flammang stellt fest, dass über den Lebensstil auch vor dem Hintergrund des Umwelt- und Klimaschutzes breit in der Gesellschaft diskutiert wird und dass es immer mehr vegane Angebote gibt. Die Sensibilisierungsarbeit von Klimaschützern und Tierrechtsplattformen trage demnach ihre Früchte.

„Als kombinierte Kraft können wir und werden wir einen Wandel einleiten. Unsere Macht wird in Empathie, Mitgefühl und Hingabe gemessen, die wir haben“, war sich Aktivistin Olga Roster bei ihrer Rede auf dem „Knuedler“ sicher. Der Platz vor dem Stadthaus war das Ziel der Demo, die vom nationalen Solidaritätsmonument, durch die „Cité Judiciaire“, den Fischmarkt und die Fleschiergasse zog. Die Stationen waren wegen ihre Symbolik ausgewählt worden.

Lëtzebuerger Journal

In 42 Städten weltweit

Der Marsch in Luxemburg war einer von insgesamt 42, die am Samstag in Städten rund um den Globus stattfanden. Ins Leben gerufen wurde der „Official Animal Rights March“ 2016 von der Tierrechtsorganisation „The Surge“. Sie will eine Welt schaffen, „in der Mitgefühl gegenüber allen nicht-menschlichen Tieren die Norm ist“, wie es auf der Internetseite der Bewegung heisst, „unsere Vision ist eine Welt, in der alle Tiere frei von Unterdrückung und Gewalt durch Menschen sind. Unsere Vision ist  demnach eine vegane Welt“. Sie versucht „The Surge“ durch Bildung, Kampagnen und „Community Building“ zu erreichen.

Der Vereinigung zufolge marschierten im vergangenen Jahr in 25 Städten rund 28.000 Aktivisten mit, die größte Veranstaltung fand in London statt mit rund 10.000 Teilnehmern. Diesmal wurden in der britischen Hauptstadt 12.000 gezählt.

Lëtzebuerger Journal
Vom 5. bis 8. September

9. Konferenz über Tierrechte

Die 9. Internationale Konferenz über Tierrechte in Luxemburg findet vom 5. bis 8. September in der Escher Kulturfabrik statt. Ob Tierschutzaktivisten oder Menschen, die sich um Tiere und die Umwelt sorgen: jeder ist willkommen. Auf dem Programm stehen Gedankenaustausche, Networking, Präsentationen und Workshops. Mehr: ar-conference.org