LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Das 13. CinEast präsentiert sich als Hybrid-Festival und ehrt das Filmland Ungarn

Den Kinosaal der Cinémathèque konnte man am Montagnachmittag fast als leer bezeichnen. Wahrscheinlich hatte das Coronavirus viele von der Pressekonferenz zur 13. Ausgabe des CinEast-Filmfestivals ferngehalten, die vom 8. bis 25. Oktober stattfinden wird, dies mit Filmen aus Zentral- und Osteuropa. Cinémathèque-Direktor Claude Bertemes zeigte sich erfreut, dass die finanzielle Unterstützung von Seiten der Stadt Luxemburg erhöht wurde, und er bezeichnete das Festival bereits als Erfolg: „Das Team von CinEast hat es geschafft, gegen den Wind, die Ebbe und Flut ein Festival auf die Beine zu stellen, das sich, und davon bin ich überzeugt, auf dem Niveau der vergangenen Jahre bewegt, getreu seiner artistischen Linie.“

Anschließend ging Direktorin des Kulturzentrums neimënster, Ainhoa Achutegui, auf die begleitende Foto-Ausstellung ein: „Plant the Future. Our Planet and Societies at a Crossroads“. Die Menschheit hat die Natur teilweise irreversibel zerstört, und man muss sich ernsthaft Gedanken über die Zukunft der Erde machen.

Im Kino oder zuhause streamen

Die Festival-Organisatoren Radek Lipka, Hynek Dedecius und Anna Sowada stellten im Anschluss das Programm des Festivals vor, das sich dieses Jahr als Hybrid-Festival präsentiert. Die Zuschauer können wählen, ob sie die Filme in einem Kino sehen wollen oder zuhause online streamen. Zwei Arten von Pässen bieten sich an: entweder jeweils fünf Filme im Kino und fünf online oder fünf Filme nur online. Wegen der aktuell geltenden Hygienevorschriften, und weil die Kinos im Durchschnitt nur über eine etwa 25-prozentige Kapazität verfügen, muss jeder Besucher seine Tickets im Vorfeld im Internet reservieren.

Auch wenn die Anzahl der Spiel- und Dokumentarfilme auf 45 reduziert wurde und nur 20 Kurzfilme gezeigt werden, ist das Festival ziemlich gefüllt. Etwa 110 Vorführungen sind geplant. Hinzukommen musikalische Events, Diskussionsrunden zu verschiedenen Filmen und Themen sowie Spezialvorstellungen, wie die Projektion am 25. Oktober in der Abtei neimënster des Stummfilms „Bestia“ (1917) von Aleksander Hertz, mit Pola Negri. Der Film wird musikalisch vom HefiQuartet begleitet.

Im offiziellen Wettbewerb konkurrieren acht Filme, von denen „Šarlatán“ (Charlatan) von Agnieszka Holland, „Otac“ (Father) von Srdan Golubović und „Otto Barbarul“ (Otto the Barbarian) von Ruxandra Ghitesc die Interessantesten sein werden. Lediglich drei Namen aus der offiziellen Jury sind bis jetzt bekannt: Produzent Jani Thiltges (Samsa Films), der Filmkritiker Boyd van Hoeij und die Direktorin des Festivals GoEast aus Wiesbaden Heleen Gerritsen. Wer die Jury präsidieren wird, ist noch nicht bekannt. Eine zweite Jury besteht aus Pressemitgliedern. Das Publikum darf ebenfalls unter allen Filmen und Kurzfilmen seine Favoriten auswählen.

Ungarn als Ehren-Gastland

2020 ehrt das Festival das Filmland Ungarn mit sechs Spiel- und zwei Kurzfilmen. So wird das Festival mit der ungarischen Gruselkomödie „Drakulics elvtárs“ (Comrade Drakulich) von Márk Bodzsár eröffnet. Die ungarische Schauspielerin Alexandra Borbély („On Body and Soul“) wird als Ehrengast erwartet. Erstmals werden zwei Filme aus Weißrussland gezeigt: „Two“ von Vlada Senkova und „Crystal Swan“ von Darya Zhuk.

Dem mazedonischen Regisseur Milcho Manchevski ist ebenfalls ein Abend gewidmet, mit zwei seiner Filme, „Willow“ (2019) und „Before the Rain“ (1994). „Colectiv“ von Alexander Nanau steht auch auf dem Programm, eine luxemburgische Koproduktion, die beim diesjährigen Luxembourg City Film Festival den Preis als bester Dokumentarfilm gewann.

Die Filme laufen in den Kinos „Utopia“, „Kinepolis Kirchberg“, „Ciné Waasserhaus“, „Kursaal“, „Ciné Starlight“, im alten Kino in Vianden, in der Cinémathèque, im neimënster und im Mudam.

Alle weiteren Informationen findet man auf der Internetseite des Festivals www.cineast.lu