LUXEMBURG
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Auf Europas Straßen und in den Städten wird sich in diesem Jahr einiges ändern

Auf Autofahrer kommen 2019 teils wegweisende Änderungen zu. Einige Neuerungen machen das Leben leichter, andere engen die Fahrt ein. Wir haben zusammen mit den Automobilclubs hier ein paar der wichtigsten Änderungen in Europa zusammengetragen.

So ist damit zu rechnen, dass in vielen weiteren Städten - nicht nur in Deutschland - Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge in Kraft treten. Diese deutschen Städte sind 2019 voraussichtlich von Diesel-Fahrverboten betroffen: Stuttgart ab Januar 2019 für Auswärtige, ab April für Stuttgarter, Frankfurt voraussichtlich ab Februar 2019, Köln und Bonn ab April 2019, Berlin spätestens ab Juni 2019, Darmstadt ab Mitte 2019, Essen ab 1. Juli 2019, Gelsenkirchen ab 1. Juli 2019.

Zufahrtsbeschränkungen und Fahrverbote in Brüssel und Paris

Im Großraum Paris dürfen ab Mitte 2019 keine alten Dieselfahrzeuge mehr fahren, die vor 2001 registriert wurden. Madrid hat bereits im November 2018 eine Umweltzone im Zentrum eingerichtet. Künftig sollen nur noch Anwohner, deren Besucher sowie Fahrzeuge mit einer Sondergenehmigung ins Zentrum fahren dürfen, wie die europäischen Automobilclubs ausführen. Ein absolutes Fahrverbot soll für Benziner, die vor dem Jahr 2000, und Diesel, die vor 2006 zugelassen wurden, gelten.

Auch Brüssel verschärft die Zufahrtsbeschränkungen in seiner Umweltzone ab Januar. Die Maßnahmen betreffen vor allem Euro 2-Dieselfahrzeuge sowie Euro 0- und Euro 1-Benziner. Fahrer dieser Fahrzeuge dürfen nur noch maximal acht Tage pro Jahr hier einfahren. In der Praxis betrifft dieses neue Verbot rund 19.000 PKW und Transporter (vier Prozent des Fuhrparks von Brüssel).

Im Jahr 2020 werden etwas mehr als 65.000 Fahrzeuge (14 Prozent) betroffen sein. Ein Kulanzzeitraum ist geplant und erst ab 1. April werden Geldstrafen fällig. Auch neu: Seit Dienstag dürfen Lastwagen auf belgischen Autobahnen überholen. Damit ist das weitverbreitete Überholverbot auf Straßen und Autobahnen beendet. In der Praxis ist dies eine Rückkehr zu der Regelung von vor 2008.

Österreich: Rechtsabbiegen bei Rot

Schneller Vorankommen kann teuer werden, vor allem in Österreich. Das Befahren der Rettungsgasse wird hier zu einem sogenannten Vormerkdelikt, der Strafrahmen liegt bei bis zu 2.180 Euro.

Auch beispielsweise Motorräder oder andere Bikes können von dieser neuen Regelung betroffen sein, nämlich dann, wenn sie bei der unerlaubten Durchfahrt ein Einsatzfahrzeug behindern. Es läuft ein Pilotversuch für die Erlaubnis des Rechtsabbiegens bei Rot an (vergleichbar mit dem grünen Pfeil in Deutschland). Seit dem 1. Januar ist dies bereits an drei Kreuzungen in Linz möglich. Nachdem 2018 der Testbetrieb für Tempo 140 auf dreispurigen Autobahnen getestet wurde, soll die Tempoerhöhung 2019 auch auf zweispurigen Abschnitten ausprobiert werden. Wo das sein wird, muss aber noch geprüft werden, wie es offiziell heißt.

Der „E“ muss brummen

Ab 1. Juli 2019 ist der Einbau eines akustischen Signals bei neu zugelassenen Elektro- und Hybridfahrzeugen Pflicht.

Grundlage hierfür ist eine Verordnung von Europäischem Rat und EU-Parlament, die bereits aus dem Jahr 2014 stammt. Das Warnsystem mit dem Namen „AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System)“ soll „bis 20 km/h automatisch einen Ton erzeugen, der sich an Geräuschen von Verbrennungsmotoren orientiert, Beschleunigung und Abbremsen akustisch erkennen lässt und nicht manuell abschaltbar ist“, wie es offiziell aus Brüssel heißt.

Hintergrund hierfür ist, dass Fußgänger, Radfahrer, ältere Menschen oder Menschen mit Sehbehinderung auf die E-Fahrzeuge aufmerksam gemacht werden sollen, solange diese noch keine Fahrgeräusche wie etwa Abrollgeräusche der Reifen erzeugen. Eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen machte dazu diesen Soundvorschlag, den man sich unter tinyurl.com/SoundEFahrzeuge anhören kann.

Einheitliche Kraftstoffkennzeichnung

Benzin, Diesel und gasförmige Kraftstoffe bekommen 2019 jeder ein geometrisches Symbol zugeordnet. Benzin wird mit einem Kreis gekennzeichnet, Diesel mit einem Quadrat und Gas mit einer 90-Grad-Raute.

Die Symbole werden sich sowohl in Tankdeckeln und Bedienungsanleitungen als auch an Zapfsäulen und -pistolen wiederfinden.

Mautregelungen im Ausland

Die Mautgebühren im Ausland steigen 2019 teilweise leicht. So kostet die Pkw-Jahresvignette für Österreich 2,2 Prozent mehr: 89,20 Euro (plus 1,90 Euro).

Ein Zweimonats-Pickerl gibt es für 26,80 Euro (plus 60 Cent), eines für zehn Tage für 9,20 Euro (ebenfalls plus 60 Cent).

Auch Motorradfahrer müssen in Österreich 2019 tiefer in die Tasche greifen, wie der ADAC meldet.

Die Jahresvignette kostet nun 35,50 Euro (plus 80 Cent), die Zweimonats-Vignette 13,40 Euro (plus 30 Cent) und die Zehntages-Vignette 5,30 Euro (plus 10 Cent). Auch in der Schweiz wurden die Preise erhöht: Die Jahresvignette kostet hier 36,50 Euro (plus 75 Cent). In Slowenien hingegen bleiben die Preise auch 2019 stabil, ein Jahr Pkw-Maut kostet weiterhin 110 Euro, ein Monat 30 Euro und sieben Tage 15 Euro.

In Deutschland soll im Oktober 2020 die umstrittene Pkw-Maut endlich eingeführt werden, wie Verkehrsminister Scheuer jetzt via Twitter mitteilte.