DIFFERDINGEN
GASTON FREYMANN

Vorstellung des Haushalts 2015 - Lebensqualität soll sich weiter entwickeln

Mit Weitsicht habe sich die Stadt Differdingen in den letzten zehn Jahren entwickelt. Eine Herausforderung, der sich auch die jetzige Dreierkoalition (CSV/LSAP/déi gréng) stellen werde und Schwerpunkte für die kommenden Generationen setzen wolle, so Député-Maire Roberto Traversini (déi gréng) vorgestern bei der Vorstellung des korrigierten Haushalts 2014 und des Haushaltsentwurf 2015.

Differdingen solle auch für Investoren, die Arbeitsplätze schaffen wollen, eine interessante Stadt bleiben. Eine Stadt in der 55 Prozent der Bevölkerung keine Luxemburger sind. Auf hohe Lebensqualität werde auch künftig großen Wert gelegt. In dem Zusammenhang erwähnte Traversini eine vor Jahren gemachte ILRES-Umfrage, in der viele der Befragten, den Wunsch äußerten, Differdingen zu verlassen. Dem wolle man entgegenwirken, und das Gefühl des Wohlbefindens soll weiterentwickelt werden. Das Ziel sei einfach, Differdingen, die drittgrößte Stadt des Landes, weiterzubringen.

Die Devise lautet: Sparen

Laut Traversini dürften es drei Millionen Euro weniger sein, die von Seiten des Staates in die Differdinger Gemeindekasse fließen werden. In Differdingen lautet nun die Devise „Sparen“, ohne dass es zu sehr schmerzt. So sei es möglich gewesen, 2014 einen voraussichtlichen Überschuss im ordentlichen Haushalt von 10,36 Millionen Euro zu verbuchen. Trotzdem werde 2014 mit einem voraussichtlichen Malus von 4,6 Millionen Euro abgeschlossen. Dies sei dadurch bedingt, dass verschiedene Grundstücke nicht verkauft wurden, oder notarielle Kaufverträge noch nicht unterschrieben sind. In dem Zusammenhang wies Traversini auch darauf hin, dass im Haushaltentwurf 2015 keine Beträge eingeschrieben wurden, die nicht vom Staat schriftlich mit dem genauen Betrag zugesagt wurden.

Für 2015 sind im ordentlichen Teil Einnahmen von 89.545.500 Euro eingetragen, was einer Erhöhung von 4,28 Prozent gegenüber der verbesserten Haushaltsvorlage 2014 entspricht. Die ordentlichen Ausgaben chiffrieren sich auf 79.057.086 Euro, ein Plus von 4,66 Prozent.

Im außerordentlichen Haushalt liegen die Einnahmen bei 28.619.500 und die Ausgaben bei 34.040.400 Euro. In Anbetracht des Malus von 2014, wird 2015 mit einem Überschuss von 383.780 Euro abschließen. Die Gewerbesteuer und die staatliche Zuwendung machen 67,5 Prozent der ordentlichen Einnahmen aus.

Insgesamt 44,8 Prozent der Ausgaben sind Personalkosten

45 Millionen, was 44,8 Prozent der ordentlichen Ausgaben entspricht, wird die Gemeinde Differdingen im kommenden Jahr für Gehälter des Gemeinde- und des Lehrpersonals ausgeben.

Lagen 2010 die Ausgaben für Betreuungseinrichtungen bei vier Millionen Euro, so ist dieser Betrag für 2015 auf elf Millionen angestiegen. Beachtlich sind auch die Beträge die für die Bereiche Sport (5,6 Millionen), Kultur (vier Millionen), Jugend (1,3 Millionen) und Senioren (0,5 Millionen) für das kommende Jahr eingeschrieben sind. 8,3 Millionen Euro zahlt die Gemeinde an die verschiedenen interkommunalen Syndikate.

34 Millionen schweres Investitionspaket

Der Schwerpunkt der außerordentlichen Ausgaben wird auch im kommenden Jahr die Stadtentwicklung sein, insbesondere mit der Neugestaltung der Großstraße, so Traversini weiter. Die Neugestaltung der rue Pierre Gansen/rue de Sanem in Niederkorn wird mit 3,5 Millionen zu Buche schlagen. 1,95 Millionen werden für den unterirdischen Parkplatz in der rue des Alliés und weitere drei Millionen Euro in das „Projekt 1535“ investiert. 700.000 Euro werden für Sportinfrastrukturen, fünf Millionen im Bereich Schule, 250.000 Euro für die Gestaltung einer neuen Maison Relais in Niederkorn, 2,2 Millionen für die Schaffung und Verwaltung von Parkraum, 1,9 Millionen für die geplante Oberschule, sowie eine Million für den Kauf von Grundstücken ausgegeben. 650.000 Euro kostet die Erneuerung eines Teils des kommunalen Fuhrparks.

Zum 31. Dezember 2014 beläuft sich die Gesamtschuld der Gemeinde Differdingen auf 80,4 Millionen Euro. Darin enthalten ist allerdings der Betrag von 18 Millionen Euro (für die Realisierung der „Ediff“ für den Staat vorfinanziert).

5,4 Prozent der Ausgaben des ordentlichen Haushalts dienen der Schuldentilgung. Die Prokopfverschuldung liegt bei 3.320 Euro.

Budget des Sozialamtes steigt

Wenn auch auf allen Gebieten Geld eingespart wurde, so wurde der Betrag des Sozialamtes um zehn Prozent auf jetzt 2,25 Millionen Euro angehoben, betonte Traversini. Dass dieses Geld bitter nötig ist, bezeugt der Bericht von CSV-Rat Dr. Robert Mangen, der dem Sozialamt vorsteht. So wurden 2013 insgesamt 1.868 Hilfesuchende in 5.374 Fällen im Sozialamt vorstellig. Alarmierend ist, dass es in Differdingen 6,99 Prozent RMG-Empfänger gibt und sechs Prozent Arbeitssuchende den Gang zum Sozialamt gehen mussten. Auf Landesebene liegen diese Zahlen durchschnittlich bei 3,77 respektive 3,59 Prozent.

Zum heutigen Tag lag die Zahl der Besuche bereits um 300 über der des Vorjahrs, die der Hilfesuchenden stieg um 51. 70 Prozent der Antragsteller sind keine Luxemburger, sondern größtenteils portugiesische Mitbürger.