LUXEMBURG
DANIEL OLY

Daten standen beim „Citizens Dialogue“ im C3-Kompetenzzentrum im Mittelpunkt

Sie sind beliebt: Im Großherzogtum gab es schon mehr als zehn von der EU-Kommission organisierte Bürgerdialoge („Citizen Dialogue“) mit immer größerer Beteiligung und vielfältigen Themen. Auch am gestrigen Freitag war die Veranstaltung, die diesmal im Cybersecurity-Kompetenzzentrum C3 von SECURITYMADEIN.lu stattfand, gut besucht.

Im Mittelpunkt standen gestern Daten und die Digitalisierung; so kam unter anderem die Frage auf, was auf europäischem Niveau geschehen müsse, um mehr Technik-Unternehmen in Europa ansiedeln zu können oder wie sich eine bessere Sicherheit der personenbezogenen Daten gewährleisten ließe. Rede und Antwort standen Jean-Paul Zens, Direktor für Digitales im Staatsministerium, sowie die Direktorin der Generaldirektion für Digitalisierung der EU-Kommission (DG DIGIT), Gertrud Ingestad. DIGIT kümmert sich als IT-Dienst um die Digitalisierung und die Modernisierung der Kommission, hilft aber mit ihrem Fachwissen auch bei der Digitalisierung der staatlichen Verwaltungsapparate der Mitgliedsstaaten.

Bürgernah durch digitale Dienste

Wie geht die Kommission mit der Digitalisierung um? Wie können nationale Verwaltungen profitieren? Und was hat der Bürger schlussendlich davon? „Wir sind inzwischen weg von der Vorstellung eines ,E-Government‘ und stattdessen hin zu smarten Administrationen und verknüpften Dienstleistungen“, erklärt Ingestad. „Besonders grenzüberschreitend wird das immer wichtiger.“ Wenn so Verwaltungen alle benötigten Informationen bei einem Vorgang aus einer gemeinsamen Datenbank beziehen können, lassen sich Behördengänge beschleunigen, die Wege verkürzen und die Vorgänge transparenter gestalten. „Davon profitiert jeder, und es spart Geld“, betont sie.

„Luxemburg ist in der Sache ganz klar ein global player“, erklärte Zens. „Im neuen Koalitionsprogramm stehen knapp fünf Seiten zum Digitalen Planning, aber das zieht sich durch das gesamte Programm wie ein roter Faden.“ Es sei eine Herkulesaufgabe, die von allen Ministerien getragen werden muss. „Der Bürger muss über seine Daten entscheiden können“, betonte Zens. „Nur das, was benötigt wird, soll gespeichert sein, das ist der Kern unserer Arbeit“, erklärt er weiter.

Eine weitere interessante Frage: Wie könne man die jetzt entstehenden Datenbanken davor schützen, im Fall einer undemokratischen Zukunft nicht missbraucht zu werden? „Indem wir jetzt schon für strikte Regeln sorgen“, betonte Ingestad. Seien diese regeln erst mal etabliert, könne sie nicht so einfach geändert werden. Und: „Diese Sorge haben wir auch heute schon“, erklärt sie. „Wir arbeiten daran.“