LUXEMBURG
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eSports gewinnen an Beliebtheit, doch eine Federation ist in Luxemburg nicht geplant

Der elektronische, digitale Videospielsport - genannt eSport - bahnt sich seinen Weg in den Mainstream. Jahr für Jahr steigt die Zahl der Zuschauer dieser Events und in unseren Nachbarländern bleibt man nicht untätig: Am 26. November 2017 wurde in Deutschland der eSport-Bund Deutschland (DEBD) gegründet, während Frankreich sich ein Gesetz gegeben hat, um eSports in Frankreich zu regulieren.

Die LSAP-Abgeordnete Tania Bofferding berichtet in ihrer parlamentarischen Frage, dass selbst das internationale olympische Komitee in dem Sektor ein kulturelles wie wirtschaftliches Interesse erkennt. Doch wie sieht es beim Digitalstandort Luxemburg aus?

Zweifel an der körperlichen Aktivität

Der Sportminister Romain Schneider (LSAP) stimmt zu, dass eSports an Bedeutung gewinnen. Jedoch sieht er von einer direkten Unterstützung dieser durch die Regierung ab. Einer der Gründe findet sich im Gesetz vom 3. August 2005, wo dem „Comité Olympique et Sportif Luxembourgeois“ (COSL) funktionelle Autonomie zugesichert wird. In diesem Gesetz wird auch klar gesagt, dass Ziel der Unterstützung des Sports darin besteht, die körperliche Aktivität und einen gesunden Lebensstils zu fördern. Ob diese Faktoren auch beim eSport zum Tragen kommen, sei eine Frage, die es noch lösen gelte, so der Sportminister. Unter den Federationen des COSL findet nicht nur die „Federation Luxembourgeoise de Tennis“ (FLT) oder die „Federation Luxembourgeoise de Football“ (FLF), sondern auch die „Federation Luxembourgeoise des Echecs“ (FLDE).

International lässt Anerkennungauf sich warten

Auf internationaler Ebene gibt der Sportminister zu bedenken, dass das „International Olympic Comitee“ (IOC) eSports erst dann anerkennt, wenn die betroffenen Organisationen fähig seien, die Regulierungen bezüglich der Ethik einzuhalten. Zu Bedenken gibt das IOC, dass Spiele, die Gewalt oder Diskriminierung unterstützen würden, nie Teil des olympischen Programmes werden könnten. Ignorieren würde man das Thema allerdings nicht, schon allein aufgrund der wachsenden Zahl an Zuschauern und der wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Bereich.

Sowohl PwC als auch Deloitte veröffentlichten dieses Jahr neue Studien, die nicht nur den Wachstum des Marktes bestätigten, sondern auch dessen Lukrativität. Auch für Sponsoren gewinnen diese Events immer mehr an Bedeutung. Dies spiegelt sich teilweise auch in der Zahl der Vereine in den Nachbarländern wieder: In Deutschland zählt der ESBD 58 eSport-Vereine bei drei Millionen eSport-Begeisterten.

In Luxemburg gibt es derweil unter anderem die Vereinigung „E-Sports ASBL“, welche unter anderem Turniere wie die „Luxmasters“ organisieren. Dessen Offline-Finale findet am 1. Dezember in der Schungfabrik in Kayl statt.