LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

BIMLUX: Vierte Konferenz zum Thema „Building Information Modeling“ (BIM)

Digitale Technologien spielen auch beim Bau eine immer größere Rolle, allen voran „Building Information Modeling“ (BIM), ein dreidimensionales, interaktives Modell, das während des Bauprozesses von allen konsultiert werden kann und mit Daten gefüttert wird, bevor es am Ende für die Verwaltung des Gebäudes genutzt werden kann. Luxemburg setzt sehr stark auf BIM. Gestern fand die zweitägige Konferenz „BIMLUX“ zum vierten Mal statt, aufgrund des hohen Besucherzuspruchs von 550 Gästen jedoch erstmals im European Convention Center auf Kirchberg. 30 Redner, 18 Konferenzen und 30 Aussteller gaben einen Überblick über das, was sich am Markt tut.

In Luxemburg ist es vor allem der politische Wille, Tempo bei der Digitalisierung zu machen, der zur staatlichen Förderung führt. „BIM ist ein wichtiges Thema“, unterstrich Marc Hansen, Beauftragter für die Digitalisierung und Minister für den öffentlichen Dienst sowie der Beziehungen zum Parlament. „Es verändert unsere Gewohnheiten. Unser Ministerium will die Entwicklung fördern. Sie ist mehr als nur ein Prozess oder eine neue Organisation.“ Als nächsten Schritt sieht er das „city information modeling“, also die Abbildung ganzer Städte und ihrer Planung.

Kooperation der Verantwortlichen

Um BIM im Land zu fördern, arbeiten verschiedene Stellen zusammen, allen voran das „Centre de Ressources des Technologies et de l’Innovation pour le Bâtiment“ (CRTI-B), das 2015 Arbeitsgruppen zum Thema BIM einrichtete und vor allem kleinen und mittleren Unternehmen ein- bis fünftägige Weiterbildungen und Kurse zu einem laut Direktor Moreno Viola sehr günstigen Tarif anbietet. Diese richten sich vornehmlich an Architekten, Ingenieure, Handwerker oder Bauleiter, je nach Modul. Das CRTI-B kooperiert eng mit den anderen Anbietern von spezialisierteren Ausbildungen auf dem Markt für BIM, nämlich Neobuild, dem „Luxembourg Institut of Science and Technology“ (LIST) sowie dem „Ordre des architectes et des ingénieurs-conseils“ (OAI). Darüber hinaus hat das CRTI-B eine eigene Beobachtungsstelle für Vor- und Nachteile von BIM eingerichtet.

Viola stellte die Ergebnisse einiger Umfragen vor. „Demnach nutzen 21 Prozent der Befragten BIM schon systematisch, in drei Jahren werden es fast 40 Prozent sein“, erklärte er. Er rechnet mit einer Standardisierung und Reglementierung. Zu den Vorteilen von BIM zählen Zeit- und Kostenersparnis - doch diese werden derzeit vor allem von den großen Unternehmen gesehen, weniger von den kleinen.

Die sehen sich häufig überfordert mit der Frage, was sie wie angehen sollen. David Determe vom OAI rät dazu, erstmal intern ein Audit durchzuführen und sich gute Werkzeuge - sprich Programme - auszusuchen. Sinnvoll sei eine Stärken-Schwächen-Analyse und die Ausbildung von Mitarbeitern.

Francis Schwall, Direktor bei Neobuild, stimmt dem zu. „Schließlich geht es nicht um eine Revolution, sondern um eine Evolution.“ Er verwies auf eine Konferenz am 04.03.2020 zu Open BIM.

BIM kann Bauprozesse nicht nur günstiger oder schneller machen, sondern auch zu mehr Circular Economy im Bau sowie smart buildings beitragen, die wiederum vernetzt sind mit smarten Energie- und Gasnetzen.

Allerdings verändert es die Art des Informationsaustausches sehr, wie Sylvain Kubicki vom LIST unterstreicht, der schon lang zum Thema forscht. Er berichtete, wie Daten von Sensoren mit menschlichen Daten abgeglichen werden und dass durch BIM mehr Daten generiert werden. Darüber hinaus gibt es eine digitale Version des Gebäudes, das dieses genau abbildet, den so genannten „digitalen Zwilling“. Der wird ständig mit neuen Informationen gefüttert und mit künstlicher Intelligenz verbunden. „In Belval ist BIM schon Wirklichkeit“, illustriert Kubicki anhand verschiedener Gebäude.


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