LUXEMBURG
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Wie die Europäer zur Cyberkriminalität stehen

Besser informiert, aber nicht weniger beunruhigt: so fühlen sich die EU-Bürger angesichts der Cyberkriminalität, wie aus einer gestern veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage hervorgeht, die im vergangenen Oktober bei 27.607 Teilnehmer durchgeführt wurde, davon 509 aus Luxemburg. Insgesamt 52 Prozent meinen, dass sie ziemlich bis sehr gut über die Bedrohung informiert seien - das sind sechs Prozent mehr als bei der letzten thematischen Umfrage 2017. Allerdings meinten damals noch 71 Prozent der Umfrageteilnehmer, sie seien in der Lage, sich Online selbst zu schützen. Heute sind lediglich 59 Prozent davon überzeugt. Angst machen den Befragten vor allem die Risiken von Datenklau, Betrug oder Erpressung. Mehr als ein Drittel gibt an, in den letzten Jahren E-Mails oder Telefonanrufe bekommen zu haben mit dem Ziel, persönliche Daten zu ergaunern.

Strenger Rahmen und bessere Zusammenarbeit

Acht Prozent sagen, ihr Computer sei in den letzten drei Jahren mit „Ransomware“ - betrügerischer Software, die den Rechner blockiert bis ein Lösegeld gezahlt wird - befallen worden und elf Prozent geben an, in diesem Zeitraum seien ihre E-Mail-Accounts oder ihre Profile in den sozialen Medien gehackt worden. Das alles bleibt nicht ohne Auswirkungen etwa auf das Kaufverhalten im Internet: zehn Prozent der Befragten sagen, dass sie wegen der oben genannten Risiken lieber vom Online Shopping absehen. In Luxemburg fühlen sich 62 Prozent der Umfrageteilnehmer gut über Cyberkriminalität informiert. Auch hier machen sich die Internetnutzer am meisten Sorgen über Datenmissbrauch und die Sicherheit von elektronischen Transaktionen. Während 56 Prozent sich gewappnet fühlen, um der Gefahr entgegen zu treten, passen 86 Prozent besonders gut auf, so wenig wie möglich persönliche Daten in der digitalen Sphäre öffentlich zugänglich zu machen. Nachdenklich macht, dass lediglich 51 Prozent Anti-Virus-Software auf ihrem Rechner installiert haben. Für die EU-Kommission ist der Kampf gegen Cyberkriminalität eine der obersten Prioritäten. EU-Kommissionsvizepräsident Margaritis Schinas bezeichnet ihn als „Schlüsselanliegen“. „Wir müssen den wachsenden Graben zwischen den Fähigkeiten der Kriminellen und der Justizbehörden schließen“, sagt indes Ylva Johansson, die Kommissarin für Innere Angelegenheiten, in einer Pressemitteilung. Cyberkriminelle würden keine Grenzen kennen, deshalb sei die grenzüberschreitenden Zusammenarbeit der Behörden äußerst wichtig. Das seien allerdings auch strengere Regeln gegen Zahlungsbetrug und eine bessere Begleitung der Opfer. Mehrere EU-Richlinien sind unterwegs, die den Kampf gegen Cyberkriminalität stärken sollen.