LUXEMBURG
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Oktave und Mäertchen weichen ins Internet aus

2020 ist ein schlechtes Jahr für Veranstaltungen, nicht nur für zeitgenössische Feste und Konzerte. Nein, selbst jahrhundertealte Traditionen, die sonst nur in Kriegszeiten unterbrochen wurden, müssen 2020 eine Pause einlegen. Besonders schade ist das für die Klassiker im luxemburgischen Jahreslauf, die fest zur immateriellen Kultur Luxemburgs gehören: Die Éimaischen an Ostermontag, die Muttergottes-Oktave im Mai, die Echternacher Springprozession (seit 2010 Teil des immateriellen UNESCO-Weltkulturerbes) am Dienstag nach Pfingsten, und die Schueberfouer mit ihrem „Hämmelsmarsch“ im Spätsommer. Was tun, wenn Veranstaltungen ausfallen müssen, die es seit Jahrhunderten gibt und fest zum luxemburgischen Leben gehören? Auch wenn für viele Menschen der religiöse Aspekt von Oktave und Springprozession nicht entscheidend ist, zur nationalen Kultur gehören sie dennoch.

Die Lösung liegt auch hier im Digitalen. Das Kulturministerium und die Luxemburger UNESCO-Kommission haben beschlossen, diese Traditionen auf Webseiten und in den sozialen Medien am Leben zu erhalten. Nach der digitalen Éimaischen wird es ab heute digitale Einblicke in die Muttergottesoktave und den unmittelbar mit ihr verbundenen Pilgermarkt „Mäertchen“ geben. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit iHist der Universität Luxemburg, dem Erzbistum, der Fotothek der Stadt Luxemburg, dem CNA und dem „Luxemburger Wort“. Um die Idee lebendig zu halten, freuen sich die Macher, wenn persönliche Fotos oder Erinnerungen an die Oktave und das Mäertchen via #DigitalIKI geteilt werden. Laut Mitteilung des Kulturministeriums und der UNESCO-Kommission werden Foto- und Video-Reportagen, interaktive Rätsel, interessante und überraschende Informationen zur vierzehntägigen Oktave ab dem 2. Mai auf der Webseite www.iki.lu und den sozialen Netzwerken der UNESCO-Kommission zugänglich sein.


www.iki.lu