CLAUDE KARGER

Die ehrwürdige „Börsen-Zeitung“ wunderte sich gestern doch schon ein wenig über den frühen Abschluss der Eurogruppensitzung am Montag. Schließlich begann das Milliardengeschacher sonst erst nach dem Abendessen so richtig. Die „Börsen-Zeitung“ hat zwei Gründe für den frühen Schluss ausgemacht: „Erstens, weil die Treffen der Euro-Finanzminister ihren Charakter als akute Krisensitzungen verloren haben, zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung“. In letzterer stand an diesem Tag freilich Aufregenderes als die Zypern-Rettung im Rampenlicht. Neben dem Pferdefleisch-Lasagne-Skandal beherrschte die Schlagzeilen natürlich vor allem die Nachricht, dass der Kapitän des „Schifflein Petri“ (so das „Wort“) die Brücke verlassen wird. Der zweite Grund für das „Subito“-Eurogruppen-Aus war einer, der die Brücke bereits verlassen hat: Jean-Claude Juncker, „bereits Finanzminister, bevor es den Euro gab und sein Nachfolger Jeroen Dijsselbloem noch im Proseminar BWL büffelte“. Die „Börsen-Zeitung“, fand den Stabwechsel Ende Januar etwas unterkühlt.

Am Montag holte die Gruppe das Feuchtfröhliche aber noch nach: Bei einem Abendessen „zu Ehren ihrer langjährigem Nummer 1. Ein Dinner for number one“.