Animes im Netz anzuschauen war nie so einfach wie heute. Wer dies vor Jahren tun wollte, musste auf semi-legale oder schlichtweg illegale Kanäle zurückgreifen. Kleine Fangruppierungen sorgten damals wie heute dafür, dass innerhalb von 24 Stunden eine Episode Englisch untertitelt im Internet zu finden war. Das freut die Studios natürlich gar nicht, fühlen sie sich dadurch um ihr Geld betrogen. Doch ein ehemaliger Feind sollte sich später als starker Verbündeter herausstellen.
Schnelle Vielfalt
Crunchyroll war ab Mitte der 2000er ein bekannter Name bei den Fans. Dort wurden die teils illegalen Fanübersetzungen hochgeladen und die waren für alle zu sehen. Seit 2008 nämlich untersagt die Seite direkt das Uploaden von Copyright-Material, für das die Seite keine Rechte hatte. Das bedeutet, dass mittlerweile alle Serien, die Fans dort finden auch tatsächlich lizenziert sind. Dadurch nimmt teilweise auch die Qualität des Streams zu: Selbst mit einem Gratis-Abo lassen sich die Animes problemlos im Browser schauen und kommen meist ohne Stotterer aus. Das ist nicht nur auf Englisch der Fall, sondern auch teilweise auf Deutsch und Französisch. Damit steht dem Online-Stream-Genuss nichts mehr im Weg. Mittlerweile finden sich zahlreiche Serien auf dem Portal, wobei die Basis-Mitgliedschaft gratis ist. Wer allerdings HD-Streams und neue Episoden so früh wie möglich sehen möchte, der zahlt extra: Simultane Streams und der volle Zugriff auf den gesamten Anime-Katalog kosten 4,99€ im Monat. Damit kann man dann auch auf den gängigen Konsolen die Folgen anschauen und die Werbeeinblendungen, die bei dem Gratis-Modell zu Beginn jeder Folge zu sehen sind, verschwinden damit.
Dramatisches Leseerlebnis
Für die fünf Euro im Monat erhält man zeitgleich einen eingeschränkten Zugriff auf Manga und japanische und koreanische Dramaserien. Dabei handelt es sich um Fernsehserien, die nur selten den Sprung in den Westen schaffen. Wer hier einen uneingeschränkten Zugriff erhalten will, der kann auf ein Abo von 9€ zurückgreifen, wo dann alle Inhalte freigeschaltet werden. Die Manga kann man sowohl im Browser als auch in einer eigenen App auf dem Smartphone lesen.
Doch wie steht es mit Streaming-Alternativen? Nun, Netflix stellt eine Möglichkeit dar, doch die Auswahl an Anime ist sehr begrenzt, was den vor zwei Wochen in Luxemburg angekommenen Streaming-Riesen angeht. Allerdings gibt es Netflix-exklusive Serien wie etwa „Knights of Sidonia“. Wer bereits ein Netflix-Abo hat, kann beruhigt auf Crunchyroll zurückgreifen, denn die Angebote ergänzen sich gegenseitig glänzend. Auf Netflix alleine zu setzen macht in dieser Hinsicht jedoch nur sehr wenig Sinn.



