LUXEMBURG
JEFF KARIER

„Filmtage - Brennpunkt Erde“ vom 1. bis 3. Oktober in der „Cinémathèque“

1960 gewann der Film „Serengeti darf nicht sterben“, von Michael Grzimek und dessen Vater Bernhard, den Oscar für den besten Dokumentarfilm. Dieser Film hatte seiner Zeit einen großen Impact und stärkte in der Gesellschaft das Bewusstsein für die Umwelt und den Tierschutz wie kaum ein anderer. 2006 sorgt der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore mit „Eine unbequeme Wahrheit“ dafür, dass vor allem in den USA das Thema Klimawandel ernster genommen wird. „Es gibt nichts Wirkmächtigeres als Bilder und Filme“, meint Dr. Heinrich Kreft, deutscher Botschafter in Luxemburg, und beide Beispiele geben ihm recht.

Wichtige Rolle

Mit „Filmtage - Brennpunkt Erde“, die vom 1. bis 3. Oktober in der „Cinémathèque“ stattfinden und ein gemeinsames Projekt der Botschaften von Österreich, Deutschland und Schweiz ist, werden sechs Filme der letzten Jahre gezeigt, die sich mit Themen wie Natur-, Umweltschutz, Klimawandel und erneuerbare Energien befassen.

Laut Claude Bertemes, Direktor der „Cinémathèque“, übernehmen die Filmtage dieselbe Rolle, wie es oft auch Filmfestivals tun, und zwar „den Filmen eine Sichtbarkeit zu geben, die in der regulären Kinoauswertung hier in Luxemburg unter den Tisch fallen würden“. Für Bertemes spiele bei Dokumentationsfilmen auch die Diskussion über die von den Filmen behandelten Themen eine wichtige Rolle. So werden bei drei der sechs Filme auch die Regisseure anwesend und für eine Diskussion offen sein.

Für die drei Botschaften ist es die erste Zusammenarbeit im Bereich Film, wie Gregor Schusterschitz, österreichischer Botschafter in Luxemburg, erklärt. „Wir wollten mit dieser Veranstaltung auch zeigen, wie der deutschsprachige Film aktuell ist und dass er sich mit den Problemen des 21. Jahrhunderts beschäftigt.“ Zu diesen Themen zählten eben Klimawandel, Energie und Landnutzung. Hieran werde sich in diesem Jahrhundert auch das Schicksal
der Menschheit entscheiden.

Globale und lokale Ebene

Die sechs ausgewählten Filme, je zwei pro Land, zeigen diese Themen sowohl auf einer globalen, wie auch auf einer Lokalen ebene, wodurch diese auch nahbar werden. Auch Luxemburg betreffe dies, etwa im Bezug auf erneuerbare Energien, Tanktourismus und Klimaziele. „Wir wollen die öffentlich Diskussion anregen, damit sich mit diesen Themen intensiver beschäftigt wird“, begründet Schusterschitz die Entscheidung für den Themenschwerpunkt.

Der erste Film „Macht Energie“, von Hubert Canaval, mit dem die Filmtage am Samstag eröffnet werden, behandelt das Thema Energie, unseren Bedarf, die Erzeugung und die Gefahren, Probleme, aber aus Lösungen. Canaval wird bei der Vorführung anwesend sein und für Fragen offen stehen. Die zweite österreichische Produktion, „Landraub - der Film“, von Kurt Langbein, erzählt vom Landraub, der unter anderem durch das Finanzkapital, das die Äcker der Welt als Geschäftsfeld entdeckt hat, und den Auswirkungen.

Aus der Vergangenheit lernen

Bei „ThuleTuvalu“, von Matthias von Gunten, handelt es sich um eine schweizerische Koproduktion, die die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels in Grönland und im kleinen Inselstaat Tuvalu zeigt und somit verdeutlicht, dass es ein globales Problem ist, das bereits jetzt viele Menschen und die Natur bedroht. Und im Film „Als die Sonne vom Himmel fiel“, von Aya Domenig, geht die Regisseurin auf Spurensuche nach dem, was ihr verstorbener Großvater, der nach dem Abwurf der Atombombe 1945 als junger Arzt im Rotkreuzspital von Hiroshima gearbeitet hat, erlebte hat. Der Film zieht dabei Parallelen zu dem Atomunglück in Fukushima, das sich während der Arbeiten am Film ereignete.

Die deutsche Produktion „Power to Change“, von Carl-A. Fechner, zeigt die Vision einer demokratischen, nachhaltigen und bezahlbaren Energieversorgung aus 100 Prozent erneuerbaren Energien. Und „Passion for Planet“, von Werner Schuessler, beschäftigt sich mit Natur- und Tierfilmer, zeigt diese bei ihrer Arbeit und wie sie ihre Arbeit von Naturliebhabern zu leidenschaftlichen Umweltkämpfern macht. Die Regisseure beider Filme werden anwesend sein.


Alle weiteren Informationen finden Sie

unter www.cinematheque.lu