LUXEMBURG
LJ

„Liichtmëssdag“ - morgen ziehen die Kinder wieder von Haus zu Haus

Morgen es soweit: Wie jedes Jahr ziehen die Kinder am 2. Februar mit bunten, oft selbstgebastelten Lampions von Haus zu Haus, um Süßigkeiten, „Speck an Ierbessen“ zu sammeln. Den Kindern und den Begleitern gibt die „Sécurité Routière“ einige wichtige Ratschläge mit auf den Weg.

So sollten sie auch beim „Liichtegoën“ stets auf dem Bürgersteig gehen; die Straße an gesicherten Stellen überqueren: das heißt an der Fußgängerampel, am Zebrastreifen oder an einer Stelle, wo sie den Verkehr nach beiden Seiten gut beobachten können; auch wenn der Fußgänger am Zebrastreifen Vorrecht hat, darf er nicht unverhofft vor einem Auto auf die Straße treten, sondern sollte mit Handzeichen seine Absicht anzeigen, Blickkontakt mit dem Fahrer suchen und warten bis die Fahrzeuge wirklich anhalten; beim Überqueren ohne Zebrastreifen, eine möglichst übersichtliche Stelle aussuchen und eine genügend große
Verkehrslücke abwarten, um die Straße zu überqueren.

Besonders wichtig ist auch, sich sichtbar zu machen bei anbrechender Dunkelheit. Zusätzlich zu den leuchtenden Lampions sollten die Kinder helle Kleidung mit zusätzlichen Plaketten, lichtreflektierende Accessoires oder Sicherheitswesten tragen, damit die Autofahrer rechtzeitig auf die Kinder aufmerksam werden. Den begleitenden Erwachsenen rät die „Sécurité Routière“ darüber hinaus lichtreflektierende Westen zu tragen. Des Weiteren rät die „Sécurité Routière“ den Eltern, ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden, und sich absolut korrekt im Straßenverkehr zu verhalten.

An die Autofahrer appelliert die „Sécurité Routière“, an „Liichtmëssdag“ besonders vorsichtig und mit erhöhter Aufmerksamkeit in den Ortschaften zu fahren.

Zum Ursprung des „Liichtmëssdag“

Am 3. Februar wird das fest des heiligen Blasius, Schutzpatron zahlreicher Handwerksberufe und einer der 14 Nothelfer, gefeiert. Am Vorabend gehen die Kinder
„liichten“. „Mit schlichten ‚Liichtebengelcher‘ (mit kleinen Kerzen oder batteriebetriebenen Lichtern versehene Holzstäbe) ziehen sie von Haus zu Haus und singen jenes alte Lied, mit dem sie früher Essbares, heute jedoch vornehmlich Süßigkeiten oder klingende Münze, erbetteln: ‚Léiwer Härgottsblieschen, gëff ons Speck an Ierbessen, ee Pond, zwee Pond, dat anert Joer, da gi der gesond…‘ (etwa: Heiliger Blasius, schenke uns Speck und Erbsen, ein Pfund, zwei Pfund, nächstes Jahr werdet ihr wieder gesund …)“, lesen wir in Georges Hausemers Werk „Apropos... Feste und Traditionen“ (2013).

Ferner wird darauf hingewiesen, dass dieses Fest zu „den ältesten der katholischen Kirche“ zählt, wird sein Name doch von „Lichtmesse“, Lichtgottesdienst, abgeleitet. „Laut Johannes-Evangelium erinnert es daran, dass Christus sich selbst als das Licht der Welt definiert hat, als aufgehende Sonne und als derjenige, der Licht ins Dunkel bringt“, heißt es in diesem Zusammenhang.