LUXEMBURG
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Fünfmal positiv: Luxemburgische Anti-Doping-Agentur (ALAD) zieht Bilanz für das Jahr 2017

Im vergangenen Jahr führten die ALAD-Kontrollbeamten 187 Urintests durch. Hinzu kommen acht weitere Kontrollen, die im Auftrag der ALAD bei luxemburgischen Athleten im Ausland durchgeführt wurden. Dies teilte die Agentur gestern offiziell mit.

Sanktionen bei dreimaligem Nichtantreffen

Zusätzlich musste bei zwei Kontrollen ein Nichterscheinen der Athleten vermerkt werden, da diese nicht an dem von ihnen im ADAMS-Ortungssystem angegebenen Ort waren. Hierbei wird von der Agentur präzisiert, dass ein Athlet nur sanktioniert wird, wenn er innerhalb von zwölf Monaten dreimal nicht zu einem Test angetroffen wird, was in diesem Fall nicht der Fall war, wie die ALAD klarstellt.

So wurden 144 Kontrollen bei den unterschiedlichsten Wettbewerben abgehalten, darunter waren 67 unangekündigte. 47 Tests fanden außerhalb der Wettkämpfe bei den luxemburgischen Elite-Athleten statt, darunter acht Kontrollen im Ausland. Bei diesen 47 Kontrollen bestanden 20 Kontrollen sowohl in Urin- als auch Blutproben. Im Kader der „Cycling Antidoping Foundation (CADF)“ nahmen 30 ALAD-Kontrollbeamte im Januar 2017 an den Kontrollen anlässlich der Cyclocross-Weltmeisterschaften teil. ALAD-Mitarbeiter führten Anti-Doping-Tests ebenfalls bei den „European TT Championships“ im September 2017 durch.

Kraftsportler positiv getestet

190 Analysen waren negativ, wie die Agentur resümiert. Fünf Analyseergebnisse (von vier unterschiedlichen Athleten) ergaben das Vorhandensein von verbotenen Substanzen, wie die ALAD bilanziert.

Am 10. Februar 2017 wurde in der Probe des griechischen Sportlers Panagiotis Andreadis beim Vectis-Hallentreffen in der Coque „5-Methylhexan-2-amin“ nachgewiesen, einer Substanz, die in Abschnitt S.6 der Stoffliste aufgeführt ist. Methylhexanamin, besser bekannt als „DMAA“, ist eine Substanz aus der Gruppe der Amine, das Nahrungsergänzungsmitteln illegal zugesetzt wird, um die sportliche Leistung - vorzugsweise im Kraftsport - für eine bestimmte Zeit zu steigern. Die griechischen Sportbehörden haben den Sportler für vier Jahre gesperrt. Die ALAD habe keine Informationen, ob diese Akte endgültig geschlossen ist oder ob in diesem Fall eine Beschwerde eingelegt wurde.

Beim LaLux Ladies Cup Basketball Finale „Amicale Steesel“ gegen „Basket Esch“ am 11. März 2017 ergab die Analyse der Urinprobe der Basketballspielerin Alexandra Williams das Vorhandensein von Triamcinolon. Dies ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der synthetischen Glucocorticoide und wirkt leistungssteigernd. Der „Conseil de discipline“ hat eine zweijährige Suspendierung vom 13. Juli 2017 an ausgesprochen.

Terbutalin im Fußball

Beim Meisterschaftsspiel F91 Diddeleng gegen CS Fola Esch am 14. Mai 2017 ergab der Urinprobe des Fußballspielers Emmanuel Françoise ein positives Ergebnis auf Terbutalin. Das ist ein Arzneistoff, genauer ein Sympathomimetikum, das zur Akutbehandlung jener Formen von Atemnot eingesetzt wird, die durch eine reversible Verengung der Atemwege gekennzeichnet sind, also vor allem Asthma, bronchiale und chronisch obstruktive Lungenerkrankungen. Die Agentur legte Berufung gegen die Entscheidung des Disziplinarrates ein, der als Sanktion einen einfachen Verweis verhängt hatte. Die Beschwerde wurde für unzulässig erklärt.

„Flèche du Sud“-Sieger entlarvt - vier Jahre Sperre

Die beiden Urinuntersuchungen von Matija Kvasina, Gewinner der „Flèche du Sud 2017“, wiesen Molidustat auf. Kvasina war der erste Profisportler, der positiv auf das Mittel getestet wurde - eine Substanz, die klinisch noch gar nicht zugelassen ist. Die Wirkweise des Stoffes ist typisch für viele im Radsport missbrauchten Dopingmittel. Molidustat hat auf den menschlichen Organismus einen ähnlichen Effekt wie Höhentraining in sauerstoffarmer Luft. Die Akte wurde zur weiteren Bearbeitung an die UCI gesendet. Der Radfahrer wurde für vier Jahre gesperrt.