LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Urteile: Relativ hohe Strafen für Einbrecher-Bande

Am gestrigen Freitag wurden sieben Mitglieder einer Einbrecherbande, die zwischen 29 und 62 Jahren alt sind, wegen schweren räuberischen Diebstahls allesamt - abhängig von der Zahl und Qualität ihrer Taten – vom Bezirksgericht Luxemburg zu relativ hohen Haftstrafen verurteilt - sechs von ihnen von der Kriminalkammer, ein siebtes Mitglied der Bande wurde in einem separaten Strafverfahren verurteilt. Der Hauptangeklagte José Antonio R. bekam acht Jahren, davon drei auf Bewährung. Zwei Kosovo-Albanern B. und St. sollen jeweils sechs Jahre hinter Gitter, ein weiterer Kosovo-Albaner Naim B. für fünf Jahre. Ein Angeklagter aus Portugal, Antonio José P., bekam drei Jahre, davon ein Jahr auf Bewährung. Ein sechstes Mitglied der Bande, Ivo G., muss für zwölf Monate hinter Gitter. Das siebte Mitglied Andrei B. wurde in einem separaten Strafverfahren zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Die Liste der zivilen Schadenersatzklagen ist lang. In mehreren Nebenklagen müssen die Täter den Opfern einen Schadenersatz von insgesamt 96.503 Euro zahlen.

Dunkelziffer bezüglich der Taten gilt als hoch

Die vier Portugiesen und die drei Kosovo-Albaner hatten sich zu einer Einbrecherbande zusammengeschlossen. Diese Gruppe verstand den Einbruch als Profession, denn die Zahl der Einbrüche, um die es in diesem Prozess ging, ist hoch. Die Anklage wirft der Bande 88 Taten vor, die sie zwischen Juli 2014 und Ende 2017 begangen haben sollen; überwiegend in Luxemburg/Stadt, aber auch in anderen Orten Luxemburgs.

Um in erster Linie Bargeld, Schmuck, Luxusartikel und wertvolle Elektrogeräte zu erbeuten, waren die sieben Männer in Geschäftsräume von Firmen, Läden, Bäckereien, Lokalen, Hotels, Reisebüros und private Wohnungen eingebrochen. Tatobjekte waren auch Safes in Hotels. Auf ihrer Diebestour durch ganz Luxemburg hat die Einbrecherbande eine Summe von 170.000 Euro erbeutet.

Spuren eines Unbekannten

Wie die Einbrüche verliefen, bestimmte ein Mann: José Antonio R.. Er gehört der Sorte Straftäter an, die ohne großen Plan ihr Ding durchziehen. Zuerst tappten die Ermittler im Dunkeln, denn bei den DNA-Spuren, die an Gegenständen gesichert wurden, handelte es sich oft um die DNA-Spuren eines Unbekannten, später konnten die Spuren dem mutmaßlichen Kopf der Bande, eben José Antonio R., zugeordnet werden. Die Kripo in Luxemburg hat den Mann überwacht und auch seine Telefongespräche abgehört. Es kam der Verdacht auf, dass der 55-jährige Portugiese während seiner Freigänge an den Einbrüchen beteiligt gewesen sein könnte. Die Spur führte letztendlich zu weiteren Mitgliedern der Bande. Die Polizei ging davon aus, dass es sich bei dem 55-jährigen Portugiesen um den Kopf der Bande handelt.

Der Angeklagte war im Juni 2019 während den Gerichtsverhandlungen gar nicht vor Gericht erschienen. Er gab vor, krank zu sein. Dem Gericht wurde ein ärztliches Attest vorgelegt.

Die Bande ging bei ihren Taten immer nach dem gleichen Mustern vor. Bei keinem der Einbrüche hatte der mutmaßliche Kopf der Bande José Antonio R. Handschuhe getragen, wohl deshalb nicht, weil seine DNA nicht in der Datenbank registriert war. Er fühlte sich seiner Sache sicher.


Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Die Angeklagten haben 40 Tage Zeit,

in Berufung zu gehen