CLAUDE KARGER

Dass selbst eine Baustelle so schön poetisch sein kann, beweist etwa die gestrige „Tageblatt“-Reportage über die Umbauarbeiten am ehemaligen Escher Monopol: „Zwischen die nervösen „Brrrr... brrrrrr... brrrr...“-Salven eines Presslufthammers mischen sich viel dumpfere und langsamere „Tack tack tack“-Akzente von manuellem Muskelschmalz-Gehämmer. Und zwischendurch wird dann ab und an noch ein lauter Knall gestreut. Pang! Schönberg’scher Hardcore. Baustellen-Dodekaphonie in Reinkultur“. Toll geschrieben! Macht echt Lust, am Wochenende die „Einstürzende Neubauten“-Kollektion wieder hervor zu kramen. Aber das stört vielleicht die Nachbarn doch zu sehr beim Kickergucken. International mächtig viel geguckt wurde diese Woche indes auf die Resolution des luxemburgischen Parlaments, das CETA-Freihandelsabkommen erstmal nicht zu unterzeichnen bis rechtliche Dissonanzen ausgeräumt sind. „Aufstand im Zwergenstaat“ frohlockt schon die linke „TAZ“: „Auch die belgische Region Wallonien hatte für ein Nein plädiert. Luxemburg ist aber der erste EU-Staat, der offen aufbegehrt. Das bringt die EU-Kommission weiter in die Defensive“. Vielleicht kommt bei der ganzen Freihandels-Kakophonie irgendwann ein lauter Knall. Und Pang! geht’s wieder bei Null los.