LUXEMBURG
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CNRA begleitete aufmerksam Arbeiten rund um die alte Glacis-Kapelle

Wie es weiterging, war klar: „Die Arbeiten gehen so voran, wie geplant“, sagte Christiane Bis-Worch von „Centre National de Recherche Archéologique“ nach einem Arbeitstreffen vor Ort bezüglich der historischen Glacis-Kapelle, die 2016 beim Bau der Tram-Strecke auf dem Glacis-Feld gefunden wurde.

Die ehemalige Wallfahrtskirche - „im Jahr 1630 zogen hier überliefert rund 60.000 Pilger vorbei“, erklärte Bis-Worch - wurde ja in Teilen an der Ecke Avenue de la Faïencerie und Allée des Résistants et des Déportés an der Südost-Ecke des Limpertsberger Friedhofs freigelegt. Zu erkennen war ein mächtiger Mauerrest, auch ein Gewölbebogen war zu sehen.

Es wurden 3D-Scans durchgeführt

Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer bat den Chef von Luxtram, André von der Marck, daraufhin um einen umgehenden Baustopp an dieser Stelle, so dass die Archäologen des CNRA die Fundstelle untersuchen konnten. Denn was man genau vor sich hat, „das können wir nicht sagen“, sagte Bis-Worch. Im Jahr 1920 wurde eine Rekonstruktion veröffentlicht, „aber wie es wirklich aussah und heute aussieht, ist die große Frage.“ Auf jeden Fall wurden 3D-Scans durchgeführt, „alles wurde genauestens erfasst und registriert.“

Auch Domprobst Georges Hellinghausen zog es an den Fundort, war er es doch, dem beim Abendspaziergang das Mauerwerk aufgefallen war. „Als ich den Bagger sah, traf mich fast der Schlag“, sagte Hellinghausen - und er informiert sofort die Stadt. Zusammen mit Hellinghausen suchte auch Erzbischof Jean-Claude Hollerich die Tram-Baustelle auf, der sich sehr über den Fund freute.

Gedenktafel wird restauriert

Nun meldet sich - wieder - die Politik zu diesem Fund zu Wort, der adr-Abgeordnete Fernand Kartheiser wollte gerne aus dem Kulturministerium erfahren, wie es um die Glacis-Kapelle bestellt ist. Auch erinnert er an ein ihm gegebenes Versprechen, die Überreste doch möglichst zu erhalten. Auch hätte Kartheiser gerne eine entsprechende Erinnerung an der Stelle, wo die Kapelle stand.

In seiner Antwort stellte der geschäftsführende Staatssekretär Guy Arendt klar, dass von April bis Juli 2016 die Stätte vom CNRA erfasst und dokumentiert wurde, hierüber seien auch vier Publikationen hervorgegangen. Die Reste seien immer noch im Boden und wieder bedeckt worden, was die bestmögliche Konservierung darstellen würde.

Die Tafel, die an die Glacis-Kapelle erinnert, sei im Rahmen der Bauarbeiten restauriert worden. Diese Gedenktafel würde nun in den Boden eingelassen werden, dort, wo früher der Eingang war. Die Stadt Luxemburg rechne damit, dass dies Ende 2019 der Fall sein könnte, so Arendt. An der Oberfläche seien die Konturen von der Glacis-Kapelle gekennzeichnet worden.