LUXEMBURGCHRISTIAN BLOCK

Charta der Diversität wirkt sich positiv in Unternehmen aus

In die Diversität investieren lohnt sich. So kann man die Ergebnisse des ersten Barometer über den Effekt der Diversitätscharta zusammenfassen, den Familien- und Integrationsministerin und gleichzeitig Patin der Charta, Corinne Cahen (DP,) gestern vorstellte. Um was geht es?

Die 2012 ins Leben gerufene Charta der Diversität will Unternehmen dazu ermutigen, die gesellschaftliche Vielfalt in den Unternehmen wahrzunehmen und zu fördern. Die meisten Unternehmen, die die Charta unterzeichnet haben, legen dabei einen Schwerpunkt auf die Themen Gleichheit von Mann und Frau (95 Prozent), die Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben (81,2 Prozent) und Sprachen (71,8 Prozent). Für rund die Hälfte sind Ausbildungsniveau oder Behinderung Themen der Diversitätspolitik. 80 Prozent der Unterzeichner sind Unternehmen aus dem Privatsektor. 40 Prozent sind kleine Unternehmen mit bis zu 50 Arbeitnehmern, weitere 39 Prozent beschäftigen über 250 Mitarbeiter. Die restlichen 21 Prozent entfallen auf mittlere Unternehmen bis 250 Mitarbeiter.

Alle zwei Jahre

Die Umsetzung der Charta zu verfolgen ist Aufgabe des Barometers, der alle zwei Jahre erscheinen soll. Erste Ergebnisse der Bestandsaufnahme: Ein Fünftel der Unterzeichner berücksichtigt bei der Auswahl von Partnern und Lieferanten die Diversitätspolitik des Unternehmens und fast genauso viele ermutigen diese, sich im Sinne der Diversität zu engagieren. Außerdem haben die bisherigen Bemühungen für 58 Prozent zu Verbesserungen in der Innovation und der Kreativität geführt, wie Christian Charff, Präsident des Komitees der Charta, ausführte. 69,9 Prozent sprechen von einem respektvolleren Umgang untereinander. Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen stellen 53 Prozent fest, 31 Prozent eine gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit. In der Regel geht die Initiative für mehr Diversität von der Chefetage eines Unternehmens aus. Scharff betonte aber die Notwendigkeit, das ganze Unternehmen einzubinden. Die meisten Betriebe (60 Prozent) zielen auf einen respektvolleren Umgang untereinander ab. 44 Prozent wollen die Diversität in ihre Strategie der gesellschaftlichen Verantwortung integrieren, rund 35 Prozent die Kreativität steigern. Ein Viertel will auf diesem Weg neue Talente anziehen. Bei der Umsetzung arbeiten 35,3 Prozent der Unternehmen Aktionspläne aus. 56 Prozent legen konkrete Ziele fest. Der Großteil setzt auf eine gemeinsame Vision (74,1 Prozent).

Mit der Unterzeichnung der Diversitätscharta verpflichten sich die Unternehmen, den Fragebogen, dem der Barometer zugrunde liegt, zu beantworten.
www.chartediversite.lu