LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Wer am Wochenende nicht „silly“ war, hat am „Wäin- a Wënzerfest“ Picadilly teilgenommen

Zum 60. Geburtstag des Weinfestes und dem 45. Geburtstag des Picadilly-Getränk wurde am zweiten August Wochenende wieder ordentlich in Stadtbredimus gefeiert. Insgesamt neun Buslinien kümmerten sich um den Transport der Besucher. Eine sichere Hin- und Rückfahrt war also garantiert. Wer davon profitiert hat und das Auto zu Hause stehen gelassen hat, konnte ohne Problem das ganze Wochenende feiern, denn auch dieses Jahr war das Motto: „Don’t be silly, ask for Picadilly.“ Wie könnte es also anders sein, als dass eifrig getrunken wurde. Doch anders als so mancher das darstellt, ist es nicht nur „die Jugend von heute“, die die Flasche ansetzt, sondern Menschen aller Generationen. Wer nun glaubt, dass dort nur Alkoholleichen rumliegen, hätte wohl auch besser sich nächstes Mal selbst sein Bild zu machen. Natürlich steigt der Alkoholpegel auf einem solchen Fest recht schnell, allerdings nicht schneller und auch nicht extremer, als auf anderen Partys oder Festen. Obwohl es sich hier um ein Weinfest handelt, wurde nämlich nicht nur getrunken. Vor allem wurde nämlich getanzt und zwischendurch auch noch was gegessen. Der absolute Renner dieses Jahr: Pizza. Schmeckt nicht nur gut, sondern hilft auch wieder zu Kräften zu kommen nach dem Tanzen und Trinken.

Alte und neue Bekanntschaften

Wenn man die Leute fragt warum sie zum Picadilly gehen, bekommt man oft die Antwort: „Ich bin jedes Jahr hier, um alte Bekannte und Freunde wiederzusehen. Picadilly ist ein Must, wenn man Leute, die man nicht so oft sieht, nicht aus den Augen verlieren möchte.“ Tatsächlich hat sich dies auch dieses Jahr als wahr erwiesen. Man begegnete ständig alten Bekannten auf der „Schleisewiss“. Doch auch um neue Kontakte zu knüpfen erwies das „Wäin- a Wënzerfest“ sich für geeignet.

Tradition oder Sauffest?

Dies ist eine oft gestellte Frage, die meistens von Leuten beantwortet wird, die noch nie in Stadtbredimus mitgefeiert haben. Deshalb habe ich am Wochenende die Initiative ergriffen und die Besucher mal selbst nach ihrer Meinung gefragt.

Melanie (24) „Ich bin aus der Moselregion und für mich ist das Picadilly definitiv Tradition geworden. Natürlich kommt man hierher um zu trinken, es ist schließlich ein Weinfest. Doch vor allem bin ich hier, um alte Bekannte wiederzusehen und mit denen abzufeiern. Wer es Sauffest nennen möchte, kann dies tun, doch wenn es nur ums Saufen ginge, würden die Leute wahrscheinlich nicht aus dem ganzen Land anreisen.“

Kevin (18) „Ich bin erst zum zweiten Mal hier, deshalb würde ich es für mich nicht unbedingt als Tradition bezeichnen, aber es könnte eine werden! Für die Leute die hier leben ist es aber mit Sicherheit eine Tradition und ich glaube die würden sich auch angegriffen fühlen, wenn man ihr Fest nur als Sauffest bezeichnen würde.“

Joelle (22) „Ja das Picadilly ist irgendwie ein Sauffest. Manche kommen ja wirklich nur hierher, um sich total zu betrinken. Doch ein Fest, das es seit so langer Zeit gibt, ist auch Tradition. Ich glaube es hängt davon ab, wie man es sehen möchte. Jemand der das Picadilly mag würde es wohl eher als Tradition bezeichnen, als jemand der schlecht darüber denkt. Es hängt immer vom Blickwinkel ab.“