LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Biennale von Venedig: Luxemburg zieht von der „Ca‘ del Duca“ in die „Sale d’Armi“

In seiner Eigenschaft als Kulturminister hatte Premier Xavier Bettel bekanntlich Anfang September die Internationalen Filmfestspiele von Venedig sowie die Kunstbiennale besucht. Auch ein Treffen mit dem Präsidenten der „Fondazione Biennale“, Paolo Baratta, stand auf seiner Agenda, in dessen Verlauf der Mietvertrag für einen neuen Pavillon auf dem Areal des Arsenale unterzeichnet wurde. Der 125 m² große Pavillon in der „Ca‘ del Duca“, der von Luxemburg seit 1999 während der Biennale genutzt wird, gehört demnach ab nächstem Jahr der Vergangenheit an. Stattdessen stehen künftig 240 m² in der viel zentral gelegeneren „Sale d’Armi“ zur Verfügung. Dies war einer der Punkte, über die Kulturstaatssekretär Guy Arendt am Montag während der „Rentrées-Pressekonferenz“ im Kulturministerium informierte.

1,2 Millionen Euro für 20 Jahre

Der Mietvertrag für die neuen Räumlichkeiten wurde für einen Zeitraum von 20 Jahren unterzeichnet, was den Staat 1,2 Millionen Euro kostet. „Demnach 60.000 Euro pro Jahr. So viel hat auch die Miete für das ,Ca‘ del Duca‘ gekostet“, rechnete Arendt vor. Auch das jährliche Budget für die Beteiligung Luxemburgs wird nach oben angepasst. Bislang waren es rund 240.000 Euro, ab nächstem Jahr sollen es über 300.000 sein, wobei Arendt aber noch keine genaue Zahl nennen wollte, da das Budget noch nicht gestimmt sei. „Ausschlaggebend für uns ist, dass wir die Visibilität mit diesem neuen Standort erhöhen können. Hier sind wir wirklich mittendrin“, sagte er. Zum ersten Mal wird der neue Pavillon 2018 anlässlich der Architekturbiennale genutzt. Seit 2004 kümmert sich das „Luxembourg Center for Architecture“ (LUCA) um die Organisation des Luxemburger Beitrags. Die Architekturbiennale 2018 steht unter dem Thema „Free Space“.

„Wir hatten nicht zu hoffen gewagt, dass wir jetzt so schnell in einen neuen Pavillon ziehen können“, gab Andrea Rumpf vom LUCA zu, „dies bedeutet nun, dass wir innerhalb kurzer Zeit in ganz große Schuhe hineinwachsen müssen und viel Verantwortung tragen“. Für die anstehende Ausgabe wird deshalb auf eine öffentliche Ausschreibung verzichtet und stattdessen direkt ein Co-Organisator gewählt. Da es seit kurzem einen neuen Master in Architektur an der Uni Luxemburg gibt, war schnell ein geeigneter Partner gefunden. „Der Luxemburger Beitrag wird sich mit zwei Schlüsselthemen befassen, die derzeit im internationalen Diskurs vehement diskutiert werden: erstens der nachhaltigen Nutzung des städtischen und ländlichen Bodens, zweitens der funktionalen Ausdifferenzierung der Wohnsphäre angesichts des gesellschaftlichen Wandels. Wichtig ist für uns, bei dieser Biennale auf die gestalterische Kraft von Architektur zu setzen“, erklärte Florian Hertweck von der Uni. Weitere Details sollen in Kürze folgen.