SCHENGEN/LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Nach großen Ankündigungen des Eigentümers im Dezember 2015 tut sich in Sachen Schloss nichts - Aus Sicht der Gemeinde bestehen keine Hindernisse

Es sieht nicht danach aus, als ob hinter den Mauern dieses Schlosses Dornröschen einen friedlichen hundertjährigen Schlaf schläft. Zu trist und zu verlassen ist der Anblick des dreieinhalbstöckigen Haupthauses mit dem charakteristischen Rundturm an der linken Seite. Das Schloss von Schengen, keine hundert Meter entfernt von Europazentrum und Europadenkmälern, zeigt sich im Augenblick nicht von seiner besten Seite.

Vor einem Jahr verkündete der international tätige Bürovermieter REGUS noch 2016 mit der Umgestaltung des Schlosses zu einem Schulungs- und Fortbildungszentrum beginnen zu wollen. Getan hat sich bis jetzt nichts.

Von Seiten der Gemeinde gibt es keine Probleme

Steckt einer der für Luxemburg typischen administrativen Bremsklötze dahinter, irgendein Beamter, der ein neues Biotop im Schlossgarten entdeckt hat? Falsch geraten.

Ein Anruf bei Ben Homan, dem Bürgermeister von Schengen, sorgt für schnelle Aufklärung „Auf unserer Seite gibt es keine Probleme“. Er spricht sehr zurückhaltend von Startschwierigkeiten auf Seiten des Unternehmens. Unsere Nachfrage, ob schon ein Bauantrag vorliege, verneint er. Es seien Pläne vorgelegt worden, die man gemeinsam diskutiert habe.

Eigentümer hüllt sich in ziemliches Schweigen

Unsere Nachfragen bei REGUS, erstmals im August und noch einmal in dieser Woche, erbrachte zweimal die gleiche einsilbige Antwort ein: „We are working on it!!“ beziehungsweise „We are still working on the project.“ Und das keineswegs von einem subalternen Mitarbeiter, sondern vom Firmenboss Mark Dixon persönlich.

Vor einem Jahr war Dixon in einem Gespräch mit dem „Journal“ noch deutlich euphorischer: „In Schengen soll unser weltweites Trainingszentrum entstehen. Einige Tausend Mitarbeiter werden dort pro Jahr geschult werden. Es wird auch Schlafräume geben. Früher war das Gebäude ein Hotel. Es wird das Zentrum unseres Unternehmens. Für so ein internationales Unternehmen wie das unsere ist das eine gute Wahl, aufs Land zu gehen. (...) Dorthin werden Leute aus der ganzen Welt kommen. Büroräume werden wir natürlich auch einrichten.“