Der zyprische EU-Kommissar Christos Stylianides, der auch mit der Koordination im Kampf gegen Ebola betraut ist, wusste gestern bei seinem Luxemburg-Besuch mit zwei Nachrichten aufzuwarten. Einer „guten“, und einer „weniger guten“, wie er sich ausdrückte. Die gute Nachricht bestand darin, dass das tödliche Ebola-Virus in Liberia so gut wie besiegt ist; die weniger gute, dass das Ziel, die Zahl der Ebola-Infektionen auf Null runterzubringen noch nicht erreicht ist und aus Sierra Leone und Guinea neue Fälle gemeldet werden. Das Gefährlichste, was man jetzt machen könnte, wäre dann auch so zu tun, als ob die Krise vorbei sei, so Stylianides, dessen Motto immer noch „down to zero“ lautet.
„Marshall-Plan“ im Kampf gegen Ebola
Vor Ermüdungserscheinungen gewarnt hatten in der vergangenen Woche auf einer internationalen Konferenz in Brüssel auch die Staatschefs der von Ebola erschütterten Länder Westafrikas, auf der die Präsidentin von Liberia die Weltgemeinschaft aufgefordert hatte, den betroffenen Ländern beim Wiederaufbau ihrer Wirtschaftssysteme mit einer Art „Marshall-Plan“ zu helfen.
Insgesamt hat die EU (Mitgliedstaaten und EU-Kommission zusammengenommen) bereits über 1,2 Milliarden Euro zur Bekämpfung der Epidemie beigesteuert; Brüssel allein hat rund 414 Millionen Euro zur Bekämpfung der Seuche – sowohl für Notfallmaßnahmen und dringende Ebola-Forschung als auch für längerfristige Unterstützung – bereitgestellt. Für Ende Mai ist derweil eine Geberkonferenz der Vereinten Nationen geplant.
Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe informierte gestern in Luxemburg zusammen mit dem Europaabgeordneten, Charles Goerens, Ebola-Berichterstatter des Entwicklungsausschusses im Europaparlament, über die Ergebnisse der Brüsseler Ebola-Konferenz , traf aber auch mit Kooperationsminister Schneider zusammen, um diesen für die Unterstützung Luxemburgs zu danken. Während dem luxemburgischen EU-Ratsvorsitz soll die humanitäre Hilfe eine wichtige Rolle spielen...


