CLAUDE KARGER

Das „Land“ berichtete gestern in einer Analyse des Sozialdialogs von allerlei Posterboys und langen Sexkapaden und erinnerte sich an die verflossene Tripartite - vor der wir einst nicht selten bei Wind und Wetter stundenlang „antichambrieren“ mussten, um ein paar Infos zu erhaschen. „Die Tripartite-Runde im Hôtel Saint-Maximin war die Luxemburger Version des War Rooms in Stanley Kubricks Dr. Strangelove - ein Ort, an dem sich die Mächtigen zurückziehen, wenn es ernst wir, um die Dinge unter sich zu regeln“, heißt es. Das hat was. Aber zur Sicherheit schauen wir am Wochenende noch mal „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“. Und passen auf, wer denn der Jack D. Ripper in der Vorstellungskraft des „Land“-Autors sein könnte. Serviert hat uns der tiefgründige Stanley Kubrick ja auch eine Menge Horrortrips. Allerdings nichts im Vergleich mit dem, was jüngst eine „Républicain Lorrain“-Reporterin erleben musste: „Chantier du tram: dans l‘enfer de la gare“, schreibt sie und hat sich die Alpträume der Anrainer erzählen lassen. Und trotzdem: „Faire venir le tram jusqu‘à la gare, „ça paraît logique““. Noch ein Jahr und der Geduldsfaden ist schon zum Zerreißen gespannt. Da kommt uns irgendwie der zähnefletschende Jack Nicholson in „The Shining“ in den Sinn. Fürchterlich.