DEN HAAG
LJ

Europol veröffentlicht Daten zu Spielmanipulationen

Korruption im Sport ist ein Problem, das in Europa immer größere Dimensionen annimmt. Dabei handelt es sich um ein ernstzunehmendes Verbrechen, das den organisierten Banden unter anderem dazu dient, Geld zu waschen. Global sollen die Umsätze mit illegalen Wetten und Spielmanipulationen etwa 120 Millionen Euro betragen. Dies schreibt Europol im Rahmen der Veröffentlichung des neuen Berichtes über dieser Art der Korruption. So sollen Online-Wetten dazu beigetragen haben, dass kriminelle Banden aktiver geworden sind. Kriminelle nehmen vor allem jene Spiele ins Visier, die eher eine wenig hohe sportliche Klasse haben.

Fußball und Tennis wichtigste Märkte

Die am häufigsten betroffenen Sportarten sind weiterhin Fußball und Tennis. Ersterer ist unter anderem so interessant, weil er sich einer großen globalen Popularität erfreut. Auch die finanziellen Dimensionen kommen hier zu tragen, genau so wie auch der große Markt für Wetten, welcher auf 895 Milliarden Euro geschätzt wird. Die Banden konzentrieren sich bei den Bestechungen meistens auf jene Spieler im Team, die am wertvollsten sind und wichtige Funktionen erfüllen. Dazu gehören die Torwärter, Verteidiger und Kapitäne der Teams. Ihre vermeintlichen Fehler erregen weitaus weniger schnell Verdacht, womit sich die Bestechung auch leichter vertuschen lässt. Laut Bericht geht Europol davon aus, dass in zahlreichen Ländern ganze Netzwerke von Spielern und Schiedsrichtern bestehen, die nach Belieben aktiviert werden können, um bei Spielmanipulationen mitzumachen.

Tennis auf der anderen Seite ist interessant, weil wenige Sportler pro Match involviert sind. Dennoch sind mehrere dieser Bestechungen aufgeflogen. Vor allem Eurasische Gruppierungen sollen in diesem Bereich aktiv sein. Insgesamt sollen zwischen 2014 und 2018 500 Spiele manipuliert worden sein. Potenziell sollten es mehr gewesen sein, da nicht jede Manipulation entdeckt wird, so Europol. Auch hier würden vor allem jene Matches ins Visier genommen, die nicht hochklassig sind, und deshalb nicht aufgezeichnet werden.

Durch die Pandemie erwartet sich Europol, dass die kriminellen Banden sich auf die kommenden Spiele geradezu stürzen wollen. Dabei seien die Banden risikobereiter, weshalb man auch davon ausgehen kann, dass solche Operationen eventuell auffliegen könnten.