LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Enttäuschte Frauen sinnen in „The Other Woman“ auf Rache

Nick Cassavetes ist der Sohn von Schauspieler John Cassavetes und Schauspielerin Gena Rowlands. Schon früh spielte er kleine Rollen, ehe er 1996 mit „Unhook the Stars“ seinen ersten Kinofilm realisierte. Hauptsächlich drehte er sentimentale Filme, wie u. a. „The Notebook“ (2004) und „My Sister’s Keeper“ (2009), aber auch actionreiche Streifen wie „John Q“ (2002) oder „Alpha Dog“ (2006). Sein neuester Kinofilm „The Other Woman“ ist eine Komödie mit romantischem Einschlag.

Die große Liebe?

Für die attraktive Anwältin Carly (Cameron Diaz) scheint Mark (Nikolaj Coster-Waldau) endlich der Mann fürs Leben zu sein. Doch als Carly ihren Allerliebsten überraschen will, stellt sie fest, dass die Frau, welche die Tür öffnet, nicht Marks Hausmädchen ist, sondern dessen Ehefrau Kate (Leslie Mann). In ihrer bodenlosen Enttäuschung sucht Kate Carly auf. Sie will die Wahrheit über das „andere“ Leben ihres Mannes erfahren. Nach einer feuchten Diskussionsrunde in einer Kneipe kommen sich die beiden ungleichen Frauen näher.

Sie werden beste Freundinnen, die fortan nur eins im Sinn haben, sich an Mark zu rächen. Schnell findet sich die dritte im Bunde, die jüngere Amber (Kate Upton), mit der Mark alle beide betrügt. Ihr Racheplan nimmt konkrete Formen an, als sie herausfinden, dass Mark Geld unterschlagen hat. Auf den Bahamas schlagen die drei Frauen zu.

Slapstick und Fäkalhumor

Der Film beginnt recht interessant als Romanze, die urplötzlich zerstört wird. Das Aufeinandertreffen der cleveren Anwältin und der naiven Hausfrau, die unbedingt ein „Braincamp“ besuchen will, um ihr Wissen und ihre Intelligenz aufzubauen, ist am Anfang recht lustig. Vor allem Leslie Manns komödiantisches Talent reizt die Lachmuskeln. Leider wird der Witz zum Teil durch die Schwerfälligkeit von Cameron Diaz gebremst, um mit Mann in Sachen Humor mitzuhalten. Leider wird der visuelle Humor, der teils an den (guten alten) Slapstick erinnert, durch ein paar Szenen zerstört, die ins Fach des Fäkalhumors fallen, u. a. Marks Durchfall-Attacke. Cassavetes versucht schließlich noch etwas Sentimentalität einfließen zu lassen, aber die sich anbahnende Affäre zwischen Carly und Kates Bruder Phil (Taylor Kinney) kann die Geschichte nicht aufpäppeln.

Ein paar flotte Gags und eine witzige Leslie Mann bringen am Ende „The Other Woman“ nicht übers Mittelmaß hinaus.