LUXEMBURG
PATRICK WELTER

In diesem Jahr stand die N7 zwischen Fridhaff und Wemperhardt oft im Fokus

Es ist nur eine Straße. Es ist zwar eine wichtige, aber mit Sicherheit nicht die wichtigste Straßenverbindung im Land. Dennoch hat sie in diesem Jahr die verkehrspolitische Diskussion, die sich mit dem Individualverkehr befasst, beherrscht. Wobei es bei dieser Straße, dem Abschnitt der N7 zwischen dem Kreisel Fridhaff und Wemperhardt im äußersten Norden des Landes, um zwei Aspekte geht: Zum einen um die Beseitigung von Unfallschwerpunkten, zum anderen um eine echte oder eine gefühlte Benachteiligung des Nordens.

Plötzlich im Fokus

Für Minister François Bausch handelt es sich um „ein ewiges Auf und Ab der Diskussionen, weshalb sie auch seit Jahren nichts weitergegangen ist…“ Für den CSV-Abgeordneten Aly Kaes ist die Weigerung der Regierung, diese Strecke vierspurig auszubauen, eine klare Benachteiligung der Bürger im Luxemburger Norden. Die beiden liberalen Nordabgeordneten André Bauler und Edy Mertens sind der Frage nach dem Ausbau der N7 eher pragmatisch angegangen und haben nicht nur parlamentarische Fragen gestellt, sondern auch Lösungsvorschläge gemacht - wie einen Bypass für den aus Norden kommenden Verkehr vorbei am Kreisel Fridhaff. Selbst der im Südbezirk gewählte adr-Abgeordnete Gast Gibéryen hat sich mit Fragen nach Umgehungsstraßen für Dörfer an der N7 zu Wort gemeldet.

Drei- oder vierspurig nach Norden?

Die Kernpositionen sind schnell erklärt: Minister Bausch und die Regierung wollen für die N7 in diesem Bereich - im Volksmund auch Dreibahn - genannt, das 2 plus 1 Profil prinzipiell beibehalten, auch bei neuen Umgehungsstraßen, die N7 aber ausbauen und an Unfallschwerpunkten sicherer machen. Die Forderung von Aly Kaes lief auf einen durchgehenden vierspurigen Ausbau hinaus, um den Norden stärker zu erschließen und eine bessere Verkehrsanbindung an das Zentrum des Landes zu erreichen. Außerdem könne so das Unfallrisiko deutlich gesenkt werden.

Laut Regierung ist das aber weder notwendig, noch geboten. Die Straße sei prinzipiell dem Verkehrsaufkommen gewachsen, ein vierspuriger Ausbau werde nur mehr Transitverkehr generieren. Hinzu komme der höhere Landschaftsverbrauch und die zu erwartenden hohen Kosten für die dann notwendigen Grundstückskäufe.

Nur gemäßigter Anstieg des Verkehrsaufkommens

Die Argumente der Regierung werden dadurch gestützt, dass der Anstieg des Verkehrsaufkommens im luxemburgischen Vergleich relativ kommod ausgefallen ist. 2004 waren es 9.476 tägliche Verkehrsbewegungen, bis 2013 sind diese auf 11.176 angestiegen, was einer Zunahme von knapp unter 20 Prozent entspricht. Der Anteil des Schwerverkehrs von fünf Prozent blieb konstant.

Laut Verkehrsuntersuchungen entfallen auf der Strecke von Fridhaff zur belgischen Grenze 62 Prozent des Verkehrsaufkommens auf An- und Abfahrten zu beziehungsweise aus den umliegenden Ortschaften. 34 Prozent der Verkehrsbewegungen entspringen dem grenzüberschreitenden Verkehr mit dem Ziel „Nordstad“. Nur vier Prozent der Verkehrsteilnehmer, die aus Belgien kommen, wollen nach Luxemburg-Stadt und Umgebung.

Nach Feststellung des Ministers korrespondiert das Verkehrsaufkommen mit vergleichbaren Trassen, etwa der N 15 bei Feulen (10.500 Fahrzeuge pro Tag), der N 11 am Ortseingang Echternach (11.200 Fahrzeuge pro Tag) oder der N 5 bei Sprinkingen (12.100 Fahrzeuge pro Tag).

Umfangreiche Sanierungsarbeiten

Auf eine parlamentarische Frage von André Bauler hin hatte Minister Bausch die geplanten Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit vorgestellt.

Laut Minister Bausch soll die Ausfahrt „Fridhaff“ neu angelegt werden. Am Köppchenhaff soll die Kreuzung zwischen der N7 und dem CR 377 entschärft werden, ebenso die Kreuzung in Lipperscheidt-Delt.

Die Strecke von Hoscheidt-Dickt und Maarkebaach soll gesichert werden. Auf der Liste der Vorhaben stehen auch eine Ortsumgehung für Hosingen und eine für Heinerscheid. In Marnach soll die Linksabbiegerspur N7/N18 entfallen und durch eine neue Zufahrt Richtung Clerf ersetzt werden. Abgesehen davon soll die „Dreibahn“ punktuell erweitert werden.

Keine Umgehungsstraße für jedermann

Auch auf die Frage von Gast Gibéryen (adr), zu den im Bereichsplan Transport aufgeführten Ortsumgehungen nur für die Ortslagen Hosingen und Heinerscheid erläuterte Bausch nochmals die geplanten Sicherheitsmaßnahmen auf der N7: Verbreiterung auf zwei plus eins Spuren nach Normmaßen, Vermeidung von niveaugleichen Kreuzungen, Reduktion der Auffahrten, Ausbau des lokalen Straßennetzes und Bau der Umgehungsstraßen für Hosingen und Heinerscheid nach dem System zwei plus eins, entsprechend dem Bereichsplan und dem Verkehrskonzept Modu.

Laut Bausch gibt es keine Notwendigkeit für Umfahrungen von Hoscheid-Dickt und Weiswampach.