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Wie „No Delivery Scams“ funktionieren und wie man sich schützen kann

Es klingt einfach, funktioniert aber überraschend oft: Sogenannte „No Delivery Scams” zocken regelmäßig Einkäufer im Internet ab. Dabei bezahlt der Kunde, meistens ein Unternehmen, beim vermeintlichen Kauf zwar für die Ware, erhält diese jedoch nie. Die Kriminellen machen sich mit dem Geld davon und das Unternehmen bleibt auf dem Trockenen sitzen. Doch wie funktioniert die Masche und weshalb ist sie so erfolgreich?

Alles wirkt offiziell

Zunächst sind die Kriminellen hervorragend darin, ihre Webseiten und Angebote so aussehen zu lassen, dass man sie mit offiziellen Angeboten verwechseln kann. Während sich die Kriminellen weniger an Einzelpersonen adressieren als an ganze Unternehmen, legen sie dabei eine bemerkenswerte Professionalität ans Tageslicht. Interpol beschreibt, dass sich hinter dem Vorgehen gut organisierte kriminelle Gruppierungen befinden. Sie arbeiten mit professionellen Webseiten, Verkäufern, Zwischenhändlern und offiziellen Bankkonten, welche sich im Besitz von falschen Unternehmen befinden. Damit kann der Eindruck geweckt werden, dass alles offiziell ist und damit auch alles mit rechten Dingen zugeht.

Für die Kriminellen hat dies den Vorteil, dass man im großen Stil Waren verkauft, die es natürlich nicht gibt. Denn damit lassen sich die Preise in die Höhe treiben. Dabei ist es egal, ob es sich um Papier oder Gesichtsmasken handelt, die Masche ist stets die gleiche.  Interpol schreibt, dass je nach Vorgehen zwischen 40 und 100 Prozent der Verkaufssumme im Verlauf der Transaktion auf dem Konto der Kriminellen landet. Dies wird dadurch möglich, dass die Kriminellen durch ihre Taktik zunächst Vertrauen aufbauen: Die Mehrzahl an beteiligten Personen, offiziell wirkende Schreiben mit offiziellem Briefkopf und natürlich die sehr professionell gestaltete Werbung, welche die Kunden in ihren Bann ziehen soll, sorgen dafür. Selbst Links zum Verfolgen der Lieferung werden angeboten.

Dann zahlt sich für die Kriminellen der Aufbau einer Beziehung aus. Hier schreibt Interpol, dass durch Social Engineering (siehe Infokasten) oder einfacher Schmeichelei der Kontakt aufrecht erhalten wird, während die Lieferung erfolgt. Sobald eine Verspätung ersichtlich wird, können die Kriminellen dann sogar so dreist sein und mehr Geld verlangen, damit die Sendung schneller zugestellt wird. Erst wenn der Käufer Verdacht schöpft, ziehen sie dann die Reißleine. Sie brechen dann sämtlichen Kontakt zu den Käufern ab und sind auf keinem Weg mehr zu erreichen. Meistens schämen sich die Opfer so sehr, dass sie sich nicht trauen, an die Polizei zu wenden. Die Kriminellen suchen sich indes schnell neue Produkte und Opfer, wo sie die gleiche Masche wieder abziehen können.

Man kann sich schützen

Wie immer gilt es auch hier, die nötige Vorsicht an den Tag zu legen. So sollten potenzielle Käufer erst prüfen, ob die Seite, über die sie Kontakt aufnehmen, auch wirklich echt ist. Bereits die Überprüfung der Adresse kann hier Hinweise bringen. Auch das Unternehmen und die Personen, mit denen man Kontakt aufnimmt, zu überprüfen, kann helfen. Haben andere Kunden bereits negative Bewertungen abgegeben, weil sie keine Produkte erhalten haben? Auch sollte man Vorsicht walten lassen, wenn man Geld auf eine Bank im Ausland überweisen muss. Zudem sollte man immer skeptisch sein, wenn plötzlich Kosten auf einen zukommen, von denen ursprünglich nie die Rede war.