LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„12 Strong“ und „Le retour du héros“ im Kino

Auf unterschiedliche Arten und Weisen werden die Heldentaten von Soldaten momentan im Kino gezeichnet. In „12 Strong“ erzählt Regisseur Nicolai Fuglsig die auf realen Ereignissen basierende Geschichte von zwölf amerikanischen Soldaten, die in Afghanistan die lokale Armee im Kampf gegen die Taliban und al-Qaida unterstützten. Der Film basiert auf dem Roman „Horse Soldiers: The Extraordinary Story of a Band of US Soldiers Who Rode to Victory in Afghanistan“ von Doug Stanton. Teils lustig, teils dramatisch sind die extravaganten, aber fiktiven Abenteuer vom Capitaine Neuville (Jean Dujardin) in „Le retour du héros“ von Laurent Tirard.

Nach 9/11

Nach den Attentaten vom 11. September 2001 will Captain Mitch Nelson (Chris Hemsworth) unbedingt mit seinen elf Männern nach Afghanistan. Doch hat Mitch diese Soldaten, unter anderem Hal Spencer (Michael Shannon) und Sam Diller (Michael Peña), bisher nur ausgebildet und war selbst nie in einem Kriegsgebiet. Er kann seine Vorgesetzten jedoch von seinen Taktiken überzeugen. Die zwölf Männer sollen den afghanischen General Dostum (Navid Negahban) bei der Einnahme der Stadt Mazar-i-Sharif unterstützen, unter anderem indem sie die Koordinaten für gezielte Bombardierungen durchgeben. Im gebirgigen Norden von Afghanistan müssen sich die zwölf Soldaten auf Pferden fortbewegen und sogar auf ihnen den Kampf im vom Feind besetzten Gebiet bestreiten.

Der Film ist eine 130-minütige Actioneinstellung, die hie und da von Dialogen unterbrochen wird. Zwar sind die Kampfszenen extrem gut gefilmt und versprühen Spannung, doch fehlt jeglicher Versuch, die einzelnen Figuren auf ihre Motivationen, außer dem bedingungslosen Einsatz fürs Vaterland, zu analysieren. Lediglich die in Bildern ausgesprochenen Visionen und Ideologien von General Dostum sind interessant. Der Buchtitel und ursprüngliche Filmtitel „Horse Soldiers“ erinnert an den gleichnamigen Film von John Ford aus dem Jahr 1959, mit John Wayne und William Holden.

Der Briefheld

1809. Kurz nachdem Capitaine Neuville bei den Beaugrand um die Hand ihrer Tochter Pauline (Noémie Merlant) angehalten hat, wird er in den Krieg in Österreich eingezogen. Pauline wird sterbenskrank, und ihre Schwester Elisabeth (Mélanie Laurent) hat die Idee, Briefe zu schreiben, die von Neuville stammen. Pauline lebt wieder auf und ist fasziniert, wie ihre ganze Familie, von den heldenhaften, aber leider erfundenen Taten ihres Verlobten. Drei Jahre später taucht Neuville wieder auf. Er ist zerlumpt, stinkt und hat keinen Besitz mehr. Elisabeth gibt ihm Geld und bittet ihn, ganz schnell weiterzureisen. Leider hat der Capitaine eine andere Idee und taucht wieder bei den Beaugrands auf, in seiner adretten Husaren-Uniform. Pauline hat jedoch Nicolas (Christophe Montenez) geheiratet. Elisabeth klärt Neuville über die Briefe auf, was sich dieser zu Nutze macht, um allen zu imponieren.

Man weiß nicht so richtig, was Regisseur Tirard mit seinem Film will. Zu Momenten ist er recht witzig, sowohl in den Dialogen wie in der Situationskomik. Wenn Neuville seine Heldentaten erzählt, macht sich eine dezente dramatische Atmosphäre breit, und es bahnt sich eine Liebesaffäre zwischen ihm und Elisabeth an, die nicht direkt zum Ziel führt. Dieses Hin und Her zwischen Komik und seichter Dramatik lässt zwar keine Langeweile aufkommen, ist auch nicht das ideale Rezept für einen gelungenen Film.