MADRID
DPA/LJ

UN-Klimakonferenz dauert länger - Umweltschützer enttäuscht

Dringende Appelle und Proteste für mehr Klimaschutz haben die Schlussphase der Weltklimakonferenz in Madrid begleitet - aber eine Einigung der fast 200 Staaten war gstern noch nicht absehbar. Nach knapp zweiwöchigen Verhandlungen war klar, dass der Gipfel sich in den heutigen Samstag hinein ziehen würde. Umweltschützer und mehrere Staaten riefen zum Handeln auf und prangerten Blockaden einiger Länder an.

Die Klimaschutzbewegung „Fridays for Future“ hat den Klimagipfel aber schon vor seinem Ende abgeschrieben. Die Gründerin, die Schwedin Greta Thunberg, sagte, politische Entscheidungsträger versuchten immer noch, vor ihrer Verantwortung davonzulaufen. „Wir müssen dafür sorgen, dass sie das nicht tun können.“

Verhandelt wurde gestern noch über alle wichtigen Punkte: Die Abschlusserklärung, Geld für Klimaschäden in ärmeren Ländern und Regeln für den Handel mit Klimaschutz-Gutschriften. Am Nachmittag wurde in einer Plenarsitzung deutlich, dass die Forderungen der Staaten noch weit auseinander lagen. Konferenzpräsidentin Carolina Schmidt, die chilenische Umweltministerin, mahnte: „Die Welt schaut auf uns.“ Einige Verhandler hofften, dass die Einigung der EU-Staaten auf das Ziel, 2050 klimaneutral zu sein, neuen Schwung bringt.

Grundsätzlich geht es bei den UN-Verhandlungen um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015, in dem sich fast 200 Staaten das Ziel gesetzt haben, die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen, möglichst sogar auf 1,5 Grad. Dazu ist es Wissenschaftlern zufolge notwendig, dass der Ausstoß von Treibhausgasen - vor allem Kohlendioxid (CO2) aus der Verbrennung von Kohle, Öl und Erdgas - schnell und deutlich zurückgeht. Bisher steigen die Emissionen weltweit aber, auch für 2019 wird wieder ein Plus vorausgesagt.