DEN HAAG
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Millionenschwere Goldwäsche: 19 Verhaftungen in Frankreich und Italien

Am 21. Januar 2019 gingen rund 300 Beamte der französischen Gendarmerie und der „Guardia di Finanza“ gegen Verdächtige in beiden Ländern vor, die Teil einer Bande der organisierten Kriminalität sind, die hinter einem großen internationalen Geldwäscheprogramm steht. Der kriminelle Cashflow wird auf fünf bis sieben Millionen Euro pro Monat geschätzt, wie Europol am Dienstag mitteilte.

Luxusuhren und -fahrzeuge sichergestellt

Die koordinierten Aktionen fanden gleichzeitig in Paris, Ivry-sur-Seine, Bagnolet, Montpellier, Marseille, Fréjus, Grenoble und Orvault auf französischer Seite und in Florenz, Arrezzo, Brescia und Rom auf italienischer Seite statt. So wurden 19 Verdächtige verhaftet und rund 550.000 Euro an Bargeld sichergestellt, ebenso wie mehrere Luxusuhren und -fahrzeuge. Die algerischen Behörden beschlagnahmten Gold im Wert von fast einer Million Euro.

Geld, das hauptsächlich aus Drogenhandel und Steuerhinterziehung stammt, wurde von Kurieren in verschiedenen Städten Frankreichs gesammelt, bevor es über zwei verschiedene Systeme gewaschen wurde - über das Hawala-System, das den Geldtransfer ohne physischen Transport von Bargeld ermöglicht - und über sogenannte Goldwäsche, wobei ein Teil des gesammelten Bargeldes nach Italien geschickt wurde, um Gold von skrupellosen Geschäftsleuten zu kaufen. Das Edelmetall wurde dann nach Frankreich und Spanien zurücktransportiert, um auf dem Seeweg nach Algerien exportiert zu werden, wo die Drahtzieher ansässig waren.

Europol unterstützte die Untersuchung von Anfang an, indem die Behörde den Informationsaustausch erleichterte. Am Aktionstag wurden zwei Europol-Experten vor Ort in Frankreich und Italien eingesetzt, um den Informationsaustausch in Echtzeit zu ermöglichen und die im Rahmen der Aktion gesammelten Daten mit den Datenbanken von Europol abzugleichen.