DEN HAAG
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Europol: 81 Verhaftungen bei Ermittlungen gegen spanische Kokainbande

Eine von Spanien koordinierte gemeinsame Ermittlung, an der Strafverfolgungsbehörden aus Kolumbien, Frankreich, Portugal, Rumänien, Schweden und dem Vereinigten Königreich beteiligt waren und die von Europol unterstützt wurde, führte zur Zerschlagung der größten Gruppe organisierter Krimineller im spanischen Levante-Gebiet, die im Drogenhandel und in der Geldwäsche tätig war.

„Operation Beautiful“

„Operation Beautiful“ lief 2018 mit einer Ermittlung gegen Drogenhandel und Geldwäsche an. Die internationale Zusammenarbeit und der Informationsaustausch zwischen den sieben beteiligten Ländern, die Europol ermöglicht hat, „trugen zum Erfolg dieser komplexen Untersuchung bei“, wie es von Europol heißt.

Ende September fand nach umfangreicher Planung die letzte Phase der Operation statt. Am Aktionstag in Spanien führten mehr als 200 Polizisten 13 Hausdurchsuchungen durch und verhafteten 42 Personen.

Die gesamte Untersuchung führte zu Verhaftungen von 81 Personen und verschiedenen Beschlagnahmungen, darunter 4.000 Kilo Kokain, zwei Millionen Euro in bar, drei Schusswaffen, Schmuck, kostbare Edelsteine, Luxusuhren, 42 Fahrzeuge und eine 25 Meter lange Yacht. Immobilien im Wert von 20 Millionen Euro und 800 Bankkonten wurden gesperrt. Gegenwärtig, so teilte Europol mit, werden die Verhafteten wegen Geldwäsche von über sieben Millionen angeklagt. Mehr als eine Million Euro wurde dabei in einem Panikraum im Haus des Anführers gefunden.

Verschiedene stark strukturierte Gruppen

Die Bande benutzte verschiedene Transportmethoden, darunter Fracht in Booten, Lastwagen, Anhängern und Autos mit versteckten Fächern und ein geheimes Labor. Das kriminelle Netzwerk verfügte über verschiedene klar strukturierte Gruppen, die auf verschiedene Aktivitäten spezialisiert waren, wie die Behörde präzisiert, zum Beispiel ein Sicherheitsteam, das für die Überwachung der Aktivitäten, das Geldeintreiben, die Erpressungen und die sogenannten „Vuelcos“, gewaltsame Raubüberfälle zwischen Gruppen der organisierten Kriminalität, zuständig war. Die Bande war nach Behördenangaben besonders gewalttätig, verlor kürzlich ein Mitglied, das in der Stadt El Campello in Spanien ermordet wurde. Die mehrfachen Verhaftungen während der langen Untersuchung machten die Mitglieder noch mutiger, aber auch leichtsinniger. Dies führte zur Erkennung von Geldbewegungen zwischen den Köpfen der Organisation.

Europol unterstützte die Ermittlung durch operative Koordinierung, analytische Unterstützung und Finanzierung von operativen Sitzungen. Auch entsandte die Behörde einen Analysten nach Spanien, um die Aktivitäten vor Ort zu unterstützen, indem er Echtzeit-Überprüfungen von operativen Informationen mit den Datenbanken von Europol durchführte.