LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

28-Jähriger muss sich wegen Einbruch und Diebstahl verantworten

In Luxemburg steht ein Kleinkrimineller und Drogensüchtiger wegen diverser Einbrüche und Diebstähle vor Gericht. Bekannt wurde der Einbrecher, weil er immer wieder durch eine Videokamera bei seinen Taten gefilmt wurde. Der Angeklagte trat somit bislang polizeilich mehrmals in Erscheinung.

Für fünf Straftaten, die er 2017 bis 2018 begangen hatte, wurde er am 28. Juni 2019 zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt. Aufgrund der unprofessionellen Vorgehensweise war davon auszugehen, dass der Mann durch seine Drogensucht (Kokain und Cannabis) weitere Straftaten begangen hatte. Mit seinen Taten finanziert er seinen Drogenkonsum.

Die Überwachungsbilder sind belastend

Am 24. Januar 2019 bricht der 28-jährige Sead D. gegen 8.50 in den Supermarkt Cactus/Howald ein. Ein Ermittler verwies auf ein Überwachungsvideo, das den Täter D. beim Einstecken der Ware zeigt. Viel erbeutet hat er bei dem Diebstahl im Supermarkt nicht. Es waren lediglich eine blaue Jacke der Marke Puma im Werte von 95 Euro sowie ein Jogginganzug der Marke Puma im Werte von 26,95 Euro.

Am 6. April 2019 drang er durch eine - wohl offen gelassene - Tür in den Vorraum der „Imprimerie Centrale“ ein. Der Zutritt wird normalerweise sorgfältig überwacht und die Anwesenden brauchen einen speziellen Sicherheitsausweis mit Foto, um hier reinzukommen. Den Ausweis findet er zufällig in einer Jacke. So verschaffte er sich Eintritt in die Räumlichkeiten der „IC“, wo er unter anderem zwei Computer entwendet und in Kartons verpackt hinausträgt. Bilder einer Überwachungskamera zeigen, wie der Mann durch die Räumlichkeiten spaziert. Entgegen der landläufigen Meinung trägt der mutmaßliche Einbrecher keine Maske. Angestellte erkannten den 28-Jährigen anhand von A3-Fotos. Die verständigten Polizeibeamten nahmen den Mann nach kurzer Fahndung fest.

Später versucht er, in Bonneweg in zwei Häuser einzudringen. Zu den Taten gibt er zu Protokoll: „Ich wollte nur dort übernachten und meine Ration Kokain zu mir nehmen.“

Bewährung?

Vor Gericht redet der Angeklagte offenbar ganz ehrlich und direkt und ist zu Auskünften bereit. „Es tut mir leid. Ich kann mich an gar nichts erinnern.“

Laut seinem Verteidiger Me Daniel Scheerer hat der Mann drei Jahre auf der Straße gelebt. Sein Mandant sei eine kranke Person, ein Drogenkranker. Die Tat im Cactus/Howald verneint sein Mandant. Den Einbruch in die „Imprimerie Centrale“ gesteht er. Allerdings sei er unter Drogen- und Alkoholeinfluss gewesen. Der mutmaßliche Täter fühlte sich ausgebrannt. Er hätte sich auch auf den Fotos wiedererkannt und könnte sich nur für die Taten entschuldigen. Für die dritte Tat gibt es, laut Verteidiger, keine Anzeichen, dass er in die Wohnungen oder in die Keller einbrechen wollte. Nichts würde darauf hinweisen. Me Scheerer erinnerte mit dem Hinweis daran, dass sein Mandant schon einmal für neun Monate verurteilt wurde. Die 7. Strafkammer solle sich am ersten Urteil orientieren. Der Anwalt appellierte an das Gericht: „Seien Sie milde mit dem Mann, für den die letzten Jahre schon Strafe genug waren.“

Es war für den Vertreter der Staatsanwalt Laurent Seck am Donnerstag nicht nachweisbar, dass der 28-Jährige in die Wohnung in Bonneweg einbrechen wollte. Für die zwei anderen Taten fordert der Anklagevertreter eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten, die eventuell komplett auf Bewährung ausgesetzt werden könnte.

Das Urteil wird am 17. Oktober gesprochen.