LUXEMBURG
JUTTA BAYANI

Die Baha’i in Luxemburg und die Internationale Baha’i-Gemeinde sind zutiefst besorgt um die Sicherheit der Baha’i im Jemen, wie Jutta Bayani, Generalsekretärin des Nationalen Rates der Baha’i Luxemburg erklärt. Dort ist die religiöse Gemeinschaft zunehmend Repressalien bis hin zu Todesurteilen ausgesetzt.

„Die Baha’i sind eine Religionsgemeinschaft, die nach ihrem Gründer benannt ist und weltweit rund acht Millionen Anhänger hat. Auch in Luxemburg gibt es eine Gemeinschaft. Die monotheistische Religion vertritt eine humanitäre Vision der gesellschaftlichen Entwicklung und des sozialen Zusammenhalts, in der Mann und Frau gleichberechtigt sind. Für die Baha’i zählen auch die Heiligen Schriften anderer Weltreligionen zum gemeinsamen religiösen Erbe.

Die Baha’i in Luxemburg und die Internationale Baha’i Gemeinde sind zutiefst besorgt um die Sicherheit der Baha’i im Jemen, vor allem seit grundlosen Anschuldigungen seitens des Staatsanwaltes der Huthis gegen Mitglieder der Baha’i-Gemeinde Jemen, die nach einer Reihe von Scheinprozessen 2018 zum Todesurteil gegen Hamed bin Haydara führten. Hamed bin Haydara, der seit 2013 inhaftiert ist, hat sich am 16. Juni 2019 in der von Huthi kontrollierten Stadt Sanaa einer Berufungsverhandlung gestellt, die mehrfach vertagt wurde. Das Gericht hatte gleichzeitig im Prozess die Beschlagnahmung der Vermögenswerte aller Baha’is und die Auflösung der Baha’i-Institutionen angeordnet. Hunderte von Baha’is werden aufgrund ihrer Religion in von Huthi kontrollierten Gebieten verfolgt.

Die internationale Gemeinschaft forderte die Huthis auf, die Verfolgungen einzustellen und die Baha’i-Häftlinge freizulassen. Der Staatsanwalt soll falsche Anschuldigungen gegen Herrn Haydara, die jemenitische Baha’i-Gemeinde und den Baha’i-Glauben erhoben haben und bedrohte den Anwalt von Herrn Haydara. Die sogenannten ‚Beweise‘ bestehen aus erfundenen Anschuldigungen und beruhen nur auf religiösen Vorurteilen gegen die Baha’i-Gemeinde und den Glauben selbst. Die Berufungsbegründung von Herrn Haydara wurde bislang ignoriert. Wir vertrauen auf den Sinn für Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit des Richters und darauf, dass er den absurden Anschuldigungen des Staatsanwalts keinen Glauben schenkt. Die Taktik folgt jener der Behörden im Iran, wo schon seit langem Baha’is verfolgt und diejenigen bedroht werden, die  Baha’is verteidigen, wo die Führung und die Institutionen der Baha’i aufgelöst und Todesurteile aufgrund religiöser Vorurteile ausgesprochen wurden.

Im Jahr 2018 wurden 24 Baha’is von einem Gericht in der von Huthi kontrollierten Stadt Sanaa wegen Apostasie und fälschlicherweise wegen Spionage angeklagt. Fünf der 24 sind derzeit inhaftiert. Ihr Fall wird von genau demselben Richter verhandelt, der Herrn Haydara zum Tode verurteilt hat.
Die jemenitischen Baha’is haben Konfliktlösungen und Bemühungen zum Frieden unter den Stämmen initiiert. Sie haben Programme zur Förderung von Jugendlichen in die Wege geleitet, damit diese der Gesellschaft als Ganzes dienen. Sie haben Projekte zum Wohle aller Jemeniten ausgeführt, darunter die Verteilung von Hilfspaketen während des Konflikts.“