LUXEMBURG
FRANK BORCHERS

Rezessionen gehören zum Wirtschaftsleben wie die Luft zum Atmen. Nach allgemeiner Auffassung liegt diese dann vor, wenn die Wirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen im Vergleich zu den Vorquartalen nicht wächst oder einen Rückgang verzeichnet. Dies geht in der Regel nicht spurlos an den Kapitalmärkten vorbei und kann u.a. zu deutlichen Aktienkursverlusten sowie Zinsrückgängen führen. In einem Rezessionsszenario wäre es daher auch nicht unwahrscheinlich, wenn die Fed den Leitzins auf null Prozent senkt. Zuletzt hatte die US-amerikanische Notenbank den Leitzins Ende 2008, also während der letzten Wirtschaftskrise, auf 0% bis 0,25% gesenkt. Dieses Zinsniveau hatte die Notenbank sieben Jahre lang gehalten bis sie erstmals Ende 2015 damit begann, den Zinssatz wieder sukzessive anzuheben. Bis Ende 2018 stieg dieser dann auf ein Niveau von 2.25%-2,50%. Im Vergleich zu anderen Notenbanken, wie z.B. der EZB, hat sich die US-amerikanische Notenbank damit die Möglichkeit geschaffen, auf eine anhaltend schwache Wirtschaft mit weiteren Zinssenkungen reagieren zu können und darüber die Konjunktur anzukurbeln. Um mögliche negative Folgen aus dem Handelsstreit zwischen China und den USA abzuschwächen, entschied sich die Fed im Juli und September diesen Jahres dieses Potenzial zu nutzen und führte jeweils eine Leitzinssenkung von 25 Basispunkten durch.

Warnende Stimmen

Aktuell erlebt die US-amerikanische Volkwirtschaft ein nachlassendes Wirtschaftswachstum und die Stimmen, die vor einer bevorstehenden Rezession warnen, werden lauter. Während das BIP-Wachstum in den USA im vergangenen Jahr noch 2,9% betrug, lag dieses für die ersten beiden Quartale 2019 mit 2,7% und 2,3% schon deutlicher darunter. Laut Bloomberg erwarten die Analysten für das dritte Quartal mittlerweile nur noch ein Wachstum von durchschnittlich 2%. Die Wachstumsaussichten bleiben wohl auch weiterhin schwierig, dies signalisieren auch die jüngsten Umfragen der US-Einkaufsmanager (PMI). Der Index für das verarbeitende Gewerbe ist von 51,2 Punkten auf 49,1 Punkte gefallen und notiert seit August 2016 zum ersten Mal wieder unterhalb der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die Unsicherheit aus dem Handelskrieg lastet schwer auf den Stimmungsindikatoren und beeinträchtigt die Aktivität und Investitionsbereitschaft der Unternehmen rund um den Globus.

Es gibt aber auch gute Nachrichten aus der US-Wirtschaft: Das Verbrauchervertrauen und die Einzelhandelsumsätze bleiben weiterhin stark. Diese sind entscheidend für den privaten Konsum, der immerhin über zwei Drittel des US-amerikanischen BIP ausmacht. Der private Konsum ist und bleibt die zentrale Stütze der US-amerikanischen Wirtschaft. Das größte Risiko hingegen stellt auch weiterhin der Handelsstreit dar. Dieser wirkt sich aber stärker auf die globale Konjunktur und weniger auf die Binnenwirtschaft der USA aus. Daher halten wir – wenn überhaupt – eine milde Rezession für wahrscheinlich. Zumal davon auszugehen ist, dass Präsident Trump nichts unversucht lassen wird, ein deutlicheres Abrutschen in eine wirtschaftliche Schwächephase zu vermeiden, denn das würde wohl seine Wiederwahl im November 2020 gefährden.

Bankenunabhängige Kapitalanlagegesellschaft

ETHENEA

Die von ETHENEA Independent Investors S.A. verwalteten Ethna Fonds sind auf kontinuierliche Wertentwicklung und Risikominimierung ausgerichtete Vermögensverwaltungsfonds. Das aktiv verwaltete Vermögen der Ethna Fonds beträgt derzeit 4,52 Milliarden Euro, verteilt auf die drei Fonds Ethna-DEFENSIV, Ethna-AKTIV und Ethna-DYNAMISCH (Stand: 28.06.2019). ETHENEA ist eine bankenunabhängige Kapitalanlagegesellschaft. Weitere Informationen finden Sie unter ethenea.com.