DEN HAAG
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Ein malischer Extremist hat in seinem Prozess vor dem Internationalen Strafgerichtshof die Verantwortung für die Zerstörung historischer Mausoleen in Timbuktu übernommen. Zu Beginn seines Prozesses am Montag in Den Haag sagte Ahmad al-Mahdi al-Faqi, er lege sein Schuldbekenntnis mit „tiefem Bedauern und in großem Schmerz“ ab.

Muslime in aller Welt rief er vor Gericht auf, nicht seinem schlechten Beispiel zu folgen. „Das wird zu nichts Gutem für die Menschheit führen“, sagte er. Der auch unter seinem Kampfnamen Abu Tourab bekannte Al-Mahdi führte 2012 eine Gruppe islamischer Extremisten an, die in der Wüstenstadt Timbuktu 14 der 16 zum Weltkulturerbe zählenden Mausoleen großer Gelehrter zerstörte. Im Fall einer Verurteilung drohen dem Angeklagten bis zu 30 Jahre Haft.

Es wäre erst der vierte Schuldspruch seit Gründung des IStGH 2002. Al-Mahdi ist zudem der erste Verdächtige, der vom IStGH wegen vorsätzlicher Angriffe auf religiöse oder historische Monumente angeklagt wurde. Weil er sein Schuldbekenntnis bereits vorab angekündigt hatte, setzte das Gericht für den Prozess lediglich eine Woche an. Andere Verfahren zogen sich über Jahre.

„Unser Kulturerbe ist kein Luxusgut“, sagte Chefanklägerin Fatou Bensouda den drei Richtern des IStGH. Eine Verurteilung Al-Mahdis werde einen klaren Präzedenzfall schaffen und eine wichtige und positive Botschaft an die gesamte Welt senden. Bensouda verglich den Angriff mit der Zerstörung der syrischen Ruinenstadt Palmyra durch den sogenannten Islamischen Staat.

Nach Angaben der Anklage war Al-Mahdi ein Mitglied der Terrorgruppe Ansar Dine, die 2012 den Norden Malis unter ihre Kontrolle brachte. Ansar Dine wurde nach knapp einem Jahr von französischen Truppen vertrieben, die den Verdächtigen 2014 im benachbarten Niger festnahmen.

Al-Mahdi wurde laut der Anklage als Experte für islamisches Recht von Ansar Dine eingesetzt, um deren strikte Interpretation des Islams im besetzten Timbuktu durchzusetzen. Die meisten zerstörten Mausoleen wurden wieder restauriert. In seiner Blütezeit im 15. und 16. Jahrhundert beherbergte Timbuktu 180 Schulen und Universitäten mit Tausenden von Schülern aus der muslimischen Welt. Der Angeklagte soll an Angriffen auf neun der Mausoleen und eine Moschee beteiligt gewesen sein.