LUXEMBURG
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Langjähriger DP-Politiker Niki Bettendorf im Alter von 81 Jahren verstorben

Am Samstag erreichte uns die traurige Kunde, dass Niki Bettendorf uns verlassen hat. Der langjährige Bürgermeister von Bartringen (1982-2002) und DP-Abgeordnete (1990-2006) erlag im Alter von 81 Jahren einer langen Krankheit. Seiner Familie und seinen Freunden möchte die „Journal“-Redaktion und die Direktion an dieser Stelle ihr herzliches Beileid ausdrücken. Wir werden Niki Bettendorf, wie sicherlich zahllose andere Bürger als einen kontaktfreudigen und jovialen Menschen in Erinnerung behalten und einen sehr engagierten Politiker, der viel für seine Gemeinde und das Land bewegte.

Pfeiler der Liberalen im Zentrum

Der gebürtige Beleser und Vater einer Tochter, war 1975 in die Partei eingetreten, in der er schnell aufstieg. Das politische Interesse Bettendorfs, der beruflich - 32 Jahre lang - in der Führungsebene einer Mineralölgesellschaft tätig war, galt zunächst der Gemeindepolitik. 1982 schaffte er es auf den Bürgermeisterstuhl von Bartringen und konnte bei den darauffolgenden Wahlen die Resultate der DP in der stark wachsenden Nachbargemeinde der Hauptstadt stets steigern. Bei seinem letzten Kommunalwahlkampf 1999 führte er die Liberalen in Bartringen zur absoluten Majorität. 2001 gab er den Bürgermeisterstab an den ersten Schöffen Paul Geimer weiter. Erster Schöffe wurde damals Frank Colabianchi, der heute amtierende Gemeindevater von Bartringen, der nun auch als Nachfolger von Anne Brasseur ins Parlament einzieht. „Alles, was wir heute in Bartringen vorzeigen können, fußt auf der Arbeit und den Initiativen Niki Bettendorfs“, unterstreicht Colabianchi. Sein Vorgänger setzte sich zum Beispiel für das „Centre Atert“ oder die Umgehungsstraße von Bartringen ein.

„Immer ein offenes Ohr, immer ein guter Rat“

Niki Bettendorf zog 1990 ins Abgeordnetenhaus ein. Dort sollte er 16 Jahre lang auch die nationale Politik mitbestimmen. Sein Interesse als Deputierter galt vor allem der Gesundheits-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Aber auch bei Infrastrukturprojekten brachte er seine Expertise ein. 2006 beschloss er, sich aus der Politik zurückzuziehen und überließ Lex Krieps sein Mandat im Parlament Wegen seiner Kompetenz, seiner offenen Art und seiner Fairness wurde Niki Bettendorf von seinen Abgeordnetenkollegen hoch geschätzt. „Als ich 1999 als junger Abgeordneter in die ,Chamber‘ gewählt wurde, hatte ich mit Niki Bettendorf einen Fraktionskollegen, von dem ich viel gelernt habe. Niki, du hattest immer ein offenes Ohr für mich und konntest mir immer einen guten Rat geben“, bedankte sich Premier Xavier Bettel am Samstag auf Twitter. „Du warst ein Vorbild“, twitterte DP-Parteipräsidentin Corinne Cahen, „ich werde dich nie vergessen“. „In der Fraktion haben wir so manchen Weg gemeinsam beschritten... Äddi Nikki!“, schrieb DP-Fraktionschef Eugène Berger.

„Auf ewig mit dem BBC Sparta verbunden“

Tiefe Trauer herrschte auch beim Basketballclub Sparta Bartringen. Selbst lange aktiver Basketballer, hatte Niki Bettendorf sich nach Beendigung seiner Sportlerkarriere weiterhin für seinen Sport eingesetzt und war lange Jahre Präsident des BBC Sparta sowie Vizepräsident der Basketballföderation. „Niemand hat dem Klub seinen Stempel stärker aufgedrückt als Niki“, schrieben die Vereinsverantwortlichen am Samstag auf Facebook, „Niki war ein Stück Sparta und der Name Niki Bettendorf wird auf ewig stark mit dem Sparta verbunden bleiben“.