LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Anthony Hopkins jagt einen Serienmörder in „Solace“ - Ein laues Spektakel

Der brasilianische Regisseur Afonso Poyart konnte dank seines Erstlingsfilms „2 Coelhos“ (2012), der den Weg in die allermeisten Kinos außerhalb Brasiliens nicht fand, ein paar Hollywood-Produzenten überzeugen, die ihm 30 Millionen Dollar zur Verfügung stellten, um „Solace“ zu realisieren, was soviel wie „Trost“ oder „Trost spenden“ bedeutet.

Doch trotz Starbesetzung kann man nicht viel von Poyarts angeblichem Talent feststellen, was sicher auch die Ursache ist, dass der Film seit weit über einem Jahr auf seinen Kinostart wartet.

Zurück im Business

Die Morde eines Serienmörders machen die FBI-Agenten Joe (Jeffrey Dean Morgan) und Katherine (Abbie Cornish) ratlos. Daher versucht Joe sein Glück bei Dr. John Clancy (Anthony Hopkins), der hellseherische Fähigkeiten hat, sich aber seit dem Tod seiner Tochter Emma (Autumn Dial) von der Mitarbeit mit dem FBI zurückgezogen hat. John willigt nach etlichem Zögern ein, Joe zu helfen.

Schnell stellt sich heraus, dass sie es mit einem Killer - Charles Ambrose (Colin Farrell) - zu tun haben, der dieselben Fähigkeiten wie John hat, und alle Schritte seiner Verfolger voraussehen kann. Zudem findet John heraus, dass alle Opfer unheilbar krank waren und nur wenige Zeit zu leben hatten.

„Deus ex machina“

Der Ausgangspunkt der Geschichte könnte für Spannung sorgen wie für Diskussionen über das Eingreifen eines Menschen in das Schicksal von unheilbar Kranken. Doch weder der Aufbau des Films ist irgendwie interessant und spannungsgeladen, noch führt die Spurenlegung des Killers zu einem Ziel. Eine kurze Verfolgungsjagd ist mit ultrakurzen Schnitten dargestellt, ja so verstümmelt, dass nicht der geringste Hauch von Dramatik zu spüren ist. Der Killer selbst taucht wie ein „Deus ex machina“ vor John auf und erklärt ihm, warum er diese Menschen tötete.

Auch in diesem Moment finden es die Drehbuchautoren nicht wichtig, diese Motive zu hinterfragen und eine Diskussion über Gut und Böse seiner Aktionen auszulösen. Nein, alles ist bestens in Charles‘ Motivation. Einzig lassen seine Taten John an den Tod seiner Tochter erinnern, der ein Geheimnis birgt. Es folgt ein laues Showdown zwischen den beiden Hellsehern, und man ist froh, wenn der Schlussabspann anläuft. Einzig Anthony Hopkins kann als vom Tod seiner Tochter gezeichneter Seher überzeugen. Sich aber seinetwegen 101 Minuten laue Kinokost reinziehen, ist eine andere Sache. Der Film läuft im Rahmen der „Movie Days“ in Vorpremiere und kommt erst nächste Woche ins normale Kinoprogramm.