LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Mimram/Fabeck gewinnen Wettbewerb für Fußgängerbrücke zum MUDAM

Museumsdirektorin Suzanne Cotter brachte das Problem auf den Punkt, das MUDAM ist ein beliebtes und vor allem anerkanntes Museum, doch man findet kaum hin...

Wer mit der Tram anreist oder sein Auto in die Tiefgarage der Philharmonie stellt, muss zwar nicht allzu weit laufen, aber es ist schon ein gewisser Orientierungssinn von Nutzen, um zwischen EU-Gebäuden und Hotel den Durchgang zum MUDAM zu finden. Gleiches gilt natürlich auch für das benachbarte Festungsmuseum.

Die Planer des Fonds Kirchberg hatten schon früh daran gedacht, das Museum im Rahmen der Neugestaltung der Porte de l’Europe von Norden her an den Boulevard Kennedy anzuschließen. Leider kam die Finanzkrise 2008 dazwischen.

Von der „Bastion“ zum Museum

Die komplette Umgestaltung des heutigen Kreuzungsbereichs von Boulevard Kennedy und Boulevard Konrad Adenauer brachte es mit sich, dass der Bau eines Regenrückhaltebeckens notwendig wurde. Dieses unterirdische Reservoir mit einem Fassungsvermögen von 6.000 Kubikmetern unterhalb des Straßenniveaus bildet auf Höhe der Kreuzung gemeinsam mit einer seitlich integrierten Trafostation eine natürliche Aussichtsplattform, deren zum Tal hin abfallende Seiten mit Natursteinen im Stil der alten Festung verkleidet wurden. Folgerichtig spricht man beim Fonds Kirchberg von der „Bastion.“ Die Bastion ist niveaugleich mit dem Eingangsbereich des MUDAM, dazwischen liegt aber ein bewaldetes Tälchen, Teil des „Parc de trois glandes“. Der Anschluss des MUDAM soll daher durch eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke erfolgen. Nach der Ausschreibung eines öffentlichen Wettbewerbs zur Gestaltung dieser Brücke, der sich von vorneherein an Arbeitsgemeinschaften von Architekten und Ingenieuren richtete, stellte gestern Patrick Gillen, Präsident des Fonds Kirchberg, zusammen mit Verkehrs- und Bauminister François Bausch den siegreichen Entwurf vor.

Sechs Projekte in der Endausscheidung

Von 32 eingereichten Entwürfen waren sechs in die Endausscheidung gekommen. Laut Jury-Präsident Michel Desvigne waren diese letzten sechs Projekte alle von hervorragender Qualität.

Dennoch habe sich die Jury - darunter ein Vertreter der Naturverwaltung - einstimmig für den Entwurf der Arbeitsgemeinschaft des Pariser Architektur- und Ingenieursbüro Marc Mimram und des luxemburgischem Architekturbüros von Tatiana Fabeck.

Den zweiten Preis errang die Arbeitsgemeinschaft „Bollinger+Grohmann, Exploration Architecture, Ana Marti Baron Paysagiste“ und den dritten das Team „SGI Ingénierie S.A. Luxembourg, WilkinsonEyre Architects Ltd.

Der Entwurf von Mimram/Fabeck sei selbst ein „Kunstwerk“ - skulptural, transparent und in die Umgebung passend. Die Fußgänger- und Fahrradbrücke besteht in ihren sichtbaren Teilen aus Glas und Inox und schwingt sich in S-Form durch die Bäume des Parks. Dabei kommt die Konstruktion mit wenigen tragenden Stützen aus.

Reine Baukosten: Drei Millionen Euro

Genehmigungsrechtlich hat die Stadt Luxemburg den Bau bereits vorbereitet, da sie den erwarteten Brückenbau schon im allgemeinen Bebauungsplan vorgesehen hat. Patrick Gillen nannte einen Zeitraum von zwölf Monaten für weitere notwendige Voruntersuchungen. Die Baukosten werden auf drei Millionen Euro, ohne Honorare und Mehrwertsteuer, geschätzt.

Die sechs besten Entwürfe sind noch bis zum Freitag im Mehrzwecksaal des Fonds Kirchberg der Öffentlichkeit zugänglich. 4, rue Erasme, L-1468 Luxembourg.