LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Die Situation der Food Trucker in Luxemburg ist prekär

In den letzten Jahren wurden die Food Trucks und ihr Urban Food, als kulinarisch anspruchsvolle Fast-food-Alternative, in Luxemburg immer beliebter. Gerade in den Banken- und Gewerbevierteln gehörten sie vor der Corona-Krise zum Straßenbild, genauso wie zu zahlreichen Festen und Konzerten.

Seit der Ausrufung des Lockdowns am 16. März tut sich natürlich in Sachen Feste und Konzerte gar nichts mehr. Der St. Patricks Day, am 17. März, war dann gleich das erste Event, der für Foodtruck-Betreiber verloren ging. Besonders schade, weil das Food Truck-Geschäft in der Zeit von November bis März sowieso nur auf kleiner Flamme köchelt.

Harte Zeiten

Nathalie Bretin, Vizepräsidentin und Koordinatorin der „Luxembourg Food Truck Association“ (LuxFTA), dem Verband von etwa 20 Food Truckern, berichtete im Gespräch mit dem „Journal“, dass von den 20 Food Trucks derzeit nur zwei unterwegs sind. Was zunächst überrascht, denn die Food Trucks dürfen als Take-away weiterarbeiten. Was aber keineswegs so positiv ist, wie es sich anhört.

Zunächst einmal ist das kommerzielle Standbein „Versorgung von Festen und Konzerten“ ersatzlos weggefallen – mindestens bis Ende Juli. Bleibt also noch das Mittagsgeschäft in den Banken- und Geschäftsvierteln wie der Cloche d’Or – aber auch das nur theoretisch.

Da die meisten Mitarbeiter der dort ansässigen Unternehmen im Homeoffice arbeiten, fehlt es den Food Trucks an ihren angestammten Standplätzen schlicht an Kundschaft.

Keine Hilfe für die Kleinunternehmer

Auch die Hoffnung auf ein Abendgeschäft in Zeiten des „Stayathome“ hat sich nicht erfüllt – auch hier Mangel an Kundschaft. Die schon genannten zwei Food Trucks (aus den Reihen der LuxFTA) versuchen es trotzdem. Die gesamte – noch vor wenigen Wochen so trendige – Branche leidet, bis hin zu echten Existenznöten. Es gibt doch staatliche Hilfe? Diese Frage muss Nathalie Bretin verneinen: „Weil wir ‚aufhaben‘ und arbeiten dürfen, gibt es keinerlei staatliche Unterstützung.“

Etliche Mitglieder der LuxFTA hätten es schon bei staatlichen Stellen versucht – immer mit negativem Ergebnis.

Aber was nützt das Recht, arbeiten zu dürfen, wenn einfach die gewohnte Kundschaft weit weg im Homeoffice arbeitet, lautet die Gretchenfrage für die Food Trucker.

Sie fallen buchstäblich durch das Netz der staatlichen Hilfen in der Corona-Krise.

Bei der LuxFTA hofft man jetzt, dass die angekündigten vorsichtigen Lockerungen in den nächsten Wochen auch ihrer Branche nach und nach Verbesserungen bringen.