LUXEMBURG
SVEN WOHL

Drohnenfliegen entwickelt sich auch in Luxemburg weiter

Drohnenfliegen als Hobby oder Sport ist in Luxemburg immer noch ein ziemliches Nischenthema. Doch mittlerweile finden sich auch langsam aber sicher jüngere Menschen, die sich des Hobbys annehmen. Wir suchten das Gespräch mit Tim Loewen (16).

Wie bist Du zum ersten Mal mit dem Thema Drohnen in Kontakt gekommen?

Über ein Video auf Youtube. Da hab ich mich mit dem Thema befasst und die Technik hat mich angesprochen. Manchmal kann ich mich sehr viel für technische Aspekte interessieren. Danach habe ich meine erste Drohne gekauft und später dann auch Einzelteile, um selbst eine zusammensetzen zu können.

Man kann also diese Drohnen modifizieren?

Ja, wenn man das ganze etwas ernster nimmt, baut man sie selbst zusammen. Man kauft sich die Einzelteile dann im Internet ein und lötet sie selbst zusammen. Wer Rennen fliegen möchte, versucht dabei natürlich, so leichte Drohnen zu bauen, wie nur möglich. Da muss man auch ein Auge auf die Drehzahlen der Motoren haben.
Wenn man Fotos machen möchte, kann es dann sein, dass man eine schwerere Kamera nimmt?
Es gibt da durchaus eine Gruppe, die sich darauf konzentriert, cineastische Aufnahmen mit Hilfe von Drohnen zu filmen. Da geht es nicht mehr ums Rennen, sondern man ist eher im Freestyle-Bereich unterwegs. Die Drohnen werden anders gebaut, unter anderem kann man an ihnen dann eine GoPro, eine Actionkamera, finden.

Wie kann man sich ein Rennen vorstellen?

Eigentlich ganz einfach: Der erste, der im Ziel ankommt, hat gewonnen. Es kommt allerdings zu zahlreichen Crashs – weshalb auch gezählt wird, wer am weitesten kommt. Dann werden Punkte vergeben, wobei die Art der Verteilung von Organisator zu Organisator unterschiedlich sein kann.
In Luxemburg ist meines Wissens der Club FPVNAtion der einzige, der existiert und Rennen organisiert. Dieses Jahr sollte es eine Meisterschaft mit drei Rennen geben, die allerdings wegen Corona abgesagt wurde. Letztes Jahr wurde das allerdings auf diese Art organisiert. Verschiede Rennen bestreite ich auch im Ausland.

Wird dabei nach Alterskategorien unterschieden?

Da gibt es eigentlich keine festen Regeln. Einen Junior-Cup gibt es in dieser Art nicht. Es gibt unterschiedliche Arten von Rennen, wie etwa „Team Enduro“. Hier versucht man als Team, so viele Runden wie möglich zu machen innerhalb einer festgelegten Zeit.   
Jeder hat eigentlich eine andere Drohne, aber die werden aktuell eher nicht in Kategorien eingeteilt. Da kann sich definitiv noch einiges tun mit der technischen Entwicklung. So fliegen wir aktuell mit analogen Bildsignalen. Allerdings gibt es hier mittlerweile digitale Bildsignale. Das Problem: die digitalen und analogen Signale stören sich gegenseitig extrem. Bei den Rennen wird man sicherlich Kategorien von digital und analog einführen, weil man eben nicht gegeneinander antreten kann.

Das klingt wie ein sehr technisches und teures Hobby. Sind das die Hürden des Hobbys?

Bei der Technik muss man sagen: In meinem Club hab ich vor allem am Anfang sehr viel Hilfe von den anderen Mitgliedern bekommen. Das macht vieles leichter. Ein wenig Löten muss man können, aber das lernt sich schnell. Was das Finanzielle angeht, hängt es davon ab, wie viele Drohnen und Teile man haben möchte. Es kann auf jeden Fall teurer werden. Wir haben auch Brillen, um mit den Drohnen zu fliegen. Die können etwas teurer ausfallen, genau so wie die Fernsteuerung. Wenn ich alle Teile neu für eine Drohne kaufe, gehen da bis zu 1.000 Euro drauf, Brille, Fernsteuerung, Ladegerät und Batterien mit eingerechnet. Man ist aber nicht gezwungen, sie selbst zu bauen, man kann auch Ready-To-Fly-Modelle kaufen. So habe ich auch angefangen.

Wie sieht die Community in Luxemburg aus?

Die wirklich aktiven Flieger sind eher gering in der Zahl. Die Community ist aber gut, mir wurde viel geholfen. Wir haben die Erlaubnis einiger Landwirte, ihre Felder für unsere Flüge nutzen zu können. Da bauen wir dann Läufe auf, die wir gemeinsam fliegen können.

Kann die Community in Zukunft wachsen?

Definitiv. Die Motivation ist sehr groß, um die Community auszubauen, darum wurde FPVNation ja auch gegründet. Leider scheint es so zu sein, dass die Preise die Leute ein wenig abstoßen. Aber viele hätten Lust am Fliegen, würde ich sagen. Innerhalb der Clubs Drohnen auszuleihen ist eher schwierig, weil die Geräte unter dem Strich sehr persönliche Entwicklungen sind und diese auch gerne crashen. Da geht schon etwas kaputt.
Mehr Informationen finden Sie unter www.fpvnation.org