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Luxair bestätigt Cargolux-Aktienverkauf - Luftfrachtbranche legt wieder zu

In seiner gestrigen Sitzung hat der Verwaltungsrat von Luxair wie vermutet dem Verkauf von 8,41% seiner Cargolux-Beteiligung an den luxemburgischen Staat zugestimmt. An der künftigen Kapitalerhöhung von Cargolux will man sich beteiligen, um „das Wachstum und die Entwicklung der Cargolux, einem nationalen Aushängeschild und internationale Referenz-Luftfrachtgesellschaft, zu unterstützen“, teilt Luxair dazu mit. Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass Laurent Jossart, der bisherhige Finanzdirektor der LuxairGroup, zum neuen Leiter des Geschäftsbereichs LuxairCargo ernannt wurde. Cargolux ist Hauptkunde bei LuxairCargo.

Auch wenn die beiden Luxemburger Fluggesellschaften mit der globalen Wirtschaftskrise ins Trudeln gerieten, so kann die Luftfrachtbranche allmählich wieder aufatmen, denn der weltweite Luftfrachtmarkt (die geflogene Fracht pro Kilometer) schrumpfte zwar im letzten Jahr um 1,1% gegenüber 2011, seit Anfang des Jahres ist aber wieder eine zunehmende Erholung festzustellen. Darauf deuten die jüngsten Zahlen der International Civil Aviation Organization (ICAO) vom Oktober hin: Global steigen die Luftfrachtmengen wieder.

Luftfrachtbranche erholt sich

Im Vergleich zum September hat im Oktober die geflogene Frachtmenge um vier Prozent zugenommen, auch die europäischen Airlines konnten demnach bei den geflogenen Tonnenkilometern um 4,4 Prozent zulegen, nordamerikanische Frachtlinien legten um 3,7 Prozent zu. Am meisten profitierten aber die Nahost-Airlines vom Aufschwung: Sie legten im Vergleich zum Vorjahr bei den geflogenen Mengen um 12,3 Prozent zu. Im asiatischen Raum - mittlerweile der größte Luftfrachtmarkt weltweit - war es ein leichtes Wachstum von zwei Prozent. Nach wie vor ist der Flughafen mit dem größten Frachtumschlag Hongkong, gefolgt von Memphis in den USA und Shanghai.

Für die kommenden Jahre prognostiziert der Luftfahrt-Weltverband eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 5,3%, womit eine Zunahme von Luftfrachtflugzeugen der rund 200 Frachtairlines - die meisten davon übrigens in Europa - einhergeht: Ihre Zahl soll von derzeit knapp 1.700 auf mehr als 3.000 im Jahr 2030 wachsen. Grund ist nicht zuletzt, dass mit einer deutlichen Zunahme der industriellen Produktion in den kommenden zwei Jahrzehnten gerechnet wird, wobei Airbus eine Verlagerung des Luftfrachtmarktes Richtung Osten prognostiziert.