CLAUDE KARGER

Dass Sankt Valentin nicht immer jeden in den Liebestaumel stürzte, daran erinnerte gestern die Kardinalszeitung: „Denn der Heilige wurde in Luxemburg lange Zeit nicht als Schutzpatron der Liebenden verehrt, sondern war vielmehr in einigen Ortschaften als Beschützer der einheimischen Schweine bekannt“, dem Schweineköpfe und Kinnbacken geopfert wurden. Also weshalb heute nicht mal abwechslungshalber einen Strauß Würstchen schenken oder einen Mett-Kuchen? Traditionen soll man schließlich pflegen, nicht wahr. Aber alle? Im republikanischen „T“ schreibt ein Beitragsschreiber nach dem Waringo-Bericht jedenfalls: „l‘institution monarchique relève du fétichisme“ und meint, die Dynastie würde nun auf die Palliativstation befördert... Als „Sprössling einer Dynastie“ hatte einst eine frühere CSV-Politikerin den neuen Wirtschafts- und Kooperationsminister bezeichnet, was diesem gemäß seinen Aussagen im „T“-Interview noch immer sauer aufstößt, komme er doch „gewiss nicht aus der Bourgeoisie“ der Gutbetuchten. Aber Wirtschaft macht ihm trotzdem Spaß, wie von dem Genossen zu erfahren ist, der sehr wohl eine „sozialistische Wirtschaftspolitik“ für möglich hält und seine neue Aufgabe für ganz schön „stimulierend“ hält. Frohes Fest der Liebe. Und guten Appetit.