LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Das einstige Startup beschäftigt heute 40 Mitarbeiter und bietet SAP, Microsoft und Cloud an

Eine Einladung mit goldener Schrift auf schwarzem Grund, Premier Xavier Bettel, der persönlich gratuliert und als Ehrengast Erbgroßherzog Guillaume: Für das 10. Jubiläum, das das Luxemburger IT-Unternehmen e-Kenz am Montagabend feierte, hatte CEO Amal Choury einen edlen Rahmen für die rund hundert Gäste - vor allem Unternehmer - geschaffen. „Viele haben mir gesagt, zehn Jahre reichen nicht, um den Erbgroßherzog einzuladen“, verrät sie. „Aber zehn Jahre im digitalen Geschäft sind wie 50 Jahre in der Industrie.“

Die Firmengründerin, heute Chefin von 40 Mitarbeitern und einem Unternehmen mit 5,5 Millionen Umsatz, bedankte sich ausdrücklich bei Kunden und Mitarbeitern, besonders aber bei Robert Dennewald, dem sie vor zehn Jahren vorschlug, aus der IT-Abteilung von Eurobéton ein Spin-off zu machen. In der Folgezeit hatte Dennewald, der auch als Business Angel tätig ist, die Gründerin immer wieder beraten, denn nicht immer war es einfach.

Dennewald als Helfer und Kunde der ersten Stunde

Er gehörte zu den zahlreichen Gästen, die ins „Centre Culturel Schéiss“ gekommen waren. „Ich habe mich gefreut, als Frau Choury 2008 zu mir als Vorgesetzter kam, und mir vorschlug, ein Spin-Off der gesamten IT-Abteilung meines Unternehmens vorzunehmen. Ich war stolz als Angelinvestor und als erster und anfangs alleiniger Kunde e-Kenz während acht Jahren tatkräftig zu begleiten und wünsche e-kenz weiterhin viel Erfolg“, sagte Dennewald, der auch Vizepräsident der Handelskammer ist, dem „Journal“. Seinen Einfluss sieht man unter anderem an der Besetzung des Aufsichtsrats.

Choury bedankte sich auch bei ihrem Bruder. Zwei ihrer acht Geschwister feierten gestern mit. Choury, die heute die französische Staatsbürgerschaft hat, ist in Casablanca aufgewachsen. „Gern wäre ich Jagdpilotin geworden“, erzählt sie. Doch stattdessen studierte sie Informatik in Metz, heuerte bei der Dyckerhoff-Gruppe an und kam so zu Eurobéton.

An diese Geschichte erinnerte Nicolas Buck, Präsident des Industrieverbandes FEDIL, der auch in ihrem Aufsichtsrat sitzt. „Ihr Weg zeigt, dass Luxemburg Unternehmern ermöglicht, ihren Traum zu verwirklichen“, unterstrich Buck. Er verwies ebenfalls auf die hohe Zahl an Grenzgängern bei e-Kenz, die symptomatisch für das Problem stünden - immerhin sind es 31.

Arnaud Lambert, ebenfalls im Aufsichtsrat, betonte, dass e-Kenz früher eine SAP-Plattform gewesen sei, heute aber auch Microsoft anbiete. Aus dem „Startup des Jahres 2010“ und bestem Cloud-Provider ist ein Unternehmen geworden, das Komplettlösungen anbietet und das Label „Made in Luxembourg“ mit Stolz trägt. Zu den Kunden zählen Unternehmen wie Sudgaz, Ceratizit, ING und die CFL. Viele ihrer Vertreter waren gekommen und genossen den Geburtstagskuchen zusammen.