CLAUDE KARGER

Schon lange nichts mehr von diesem Brexit gehört, oder? Das hängt nicht nur damit zusammen, dass die EU27 den Briten bis Halloween Zeit für die fürchterlichste Scheidung aller Zeiten gegeben hat, sondern auf der Insel ist auch „Easter break“. Selbst die Premierchefin atmet ein paar Tage durch und zwar beim Wandern mit dem Gatten in Nordwales, wie die BBC berichtet. 10, Downing Street hat schon mal vorsorglich versichert, dass May diesmal nicht mit der Schnapsidee von Neuwahlen heimkommt, wie nach dem letzten „Walking holiday“ 2017. Der Schuss ging damals so was von nach hinten los... Oppositionschef Corbyn versucht sich derweil laut BBC in Bogenschießen und Kanupaddeln. Auch für die nächste Runde im Brexit-Drama können Ruderqualitäten nicht schaden. Zumal ungewiss ist, was einen im Unterhaus so alles erwartet. Rezent ging gar eine Sitzung wegen Wassereinbruchs baden. Aber auch sonst ist „Westminister Palace“ ein brandgefährliches Pflaster. Das Gemäuer sei nämlich in Teilen so alt wie die Kathedrale Notre-Dame, schrieb gestern der Münchner „Merkur“, „der Putz bröckelt von den Decken, die Fenster schließen nicht richtig, Mäuse rennen durch die Gänge“, Uralt-Stromkabel hängen über antiken Gasleitungen... Zu fatalen Erschütterungen kann es da schon kommen, wenn der „Speaker of the House“ zu laut „Order!“ blafft. Wir bleiben gespannt.