COLMAR-BERG
CORDELIA CHATON

Philippe Hansen hat durch sein Praktikum auch gleich seine erste Stelle gefunden

Philippe Hansen findet, dass er Glück gehabt hat bei seinem Praktikum. Der 24-Jährige arbeitet bei Goodyear in der „Mold Plant“. „Ich bin im Aufgabenbereich Umwelt und Sicherheit eingesetzt“, berichtet der angehende Ingenieur, der in Lyon seinen Abschluss erworben hat. Der Aufenthalt in Colmar-Berg ist sein viertes und letztes Praktikum - aber das erste bei Goodyear.

Praktika haben für Studenten viele Vorteile. Sie lernen die Arbeitswelt kennen, können in der Praxis besser beurteilen, was ihnen gefällt und was nicht, und die erlernte Theorie in die Praxis umsetzen. Gleichzeitig können sie Kontakte knüpfen, die für ein weiteres Praktikum oder eine Anstellung interessant sind. Vielen wird klar, welche Stärken oder auch Schwächen sie haben. Jeder aber profitiert für den Lebenslauf davon, denn praktische Erfahrung ist immer gern gesehen. Nicht zuletzt ist es auch finanziell oft interessant. Wir stellen hier in einer kleinen Folge drei Praktikanten vor, die beim Reifenhersteller Goodyear praktische Erfahrungen in ganz unterschiedlichen Abteilungen gesammelt haben.

Der junge Luxemburger ist von seinem Praktikum sehr angetan. Was er macht? Auf dem Papier lautet es Risikoeinschätzung und Arbeitssicherheit in der Abteilung „Environment Health Safety“ der Mold Plant. Praktisch sieht das so aus: „Ich gehe durch die Fabrik und schaue mir die Arbeitsabläufe an. Dann rede ich mit den Leuten. Und am Ende mache ich Vorschläge, wie man die Abläufe so gestalten kann, dass die Arbeit sicherer wird. Oft haben die Mitarbeiter selbst dazu schon gute Ideen. Es war bislang nur niemand da, der sie danach gefragt hat“, berichtet Hansen. „Ein Beispiel: Chemische Produkte werden zwar von den Arbeitern benutzt. Aber oft wissen sie gar nicht, welche Gefahren damit verbunden sind; dass sie beispielsweise die Haut verätzen können oder man einen Atemschutz braucht.“

Hansen selbst hat ein sechsmonatiges Praktikum bei Goodyear ausgehandelt. Schon nach den ersten Wochen hat er festgestellt: „Arbeitssicherheit wird immer wichtiger. Vor ein paar Jahren war es eine Sache der Ermahnung durch das Management. Mittlerweile setzen sich die Führungskräfte sehr viel aktiver für Arbeitssicherheit ein. Das habe ich nicht nur hier gesehen. Aber die Manager wissen nicht unbedingt über jeden einzelnen Arbeitsplatz Bescheid.“

Die anderen Praktika, die Hansen bislang abgeleistet hat, waren in der Qualität sehr unterschiedlich und dauerten nicht so lange wie dieses durch das Studium vorgeschriebene Praktikum zum Abschluss. „Das hier ist das Beste“, strahlt der Student. „Das liegt an der Dauer, aber auch an den guten Vorgesetzten.“ Er freut sich, dass er einen guten Zugang zu den Arbeitern hat. „Dabei hilft mir auch, dass ich alle Sprachen spreche. So kann ich zeigen, was ich kann.“

Eines seiner bisherigen Praktika hat Hansen in Frankreich abgeleistet. „Dort wird man auch bezahlt, aber nicht so gut wie in Luxemburg“, kommentiert er. Doch das solle nicht der ausschlaggebende Faktor sein. Dennoch: Der Unterschied liegt schnell bei ein paar hundert Euro.

Was hat das Praktikum bei Goodyear ihm bislang gebracht? „Nach meinem Diplom im Mai habe ich hier direkt einen festen Arbeitsplatz gefunden. Das lief an meiner Universität in Lyon längst nicht bei jedem so gut“, sagt er. „Hier, das war echtes Glück.“