LUXEMBURG
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Neue Einäscherungsanlage im Krematorium Luxemburg eingeweiht

In Anwesenheit von Innenministerin Taina Bofferding wurde gestern der neue Einäscherungsofen im Krematorium im Hamm eingeweiht. Die LSAP-Ministerin bezeichnete das Krematorium Luxemburg als wichtige Institution im Land, würde sie doch den Menschen die Wahl ermöglichen, was mit ihren sterblichen Überresten geschieht. So selbstverständlich wie heute sei das in der Vergangenheit nicht gewesen, sagte Bofferding und erinnerte an hitzige Diskussionen in den 60er und 70er Jahren. In Luxemburg ist die Einäscherung seit 1972 der traditionellen Erdbestattung gesetzlich gleichgestellt.

Bofferding appellierte in ihrer kurzen Ansprache dann auch an die Gemeinden, angesichts einer wachsenden Nachfrage für mehr Waldfriedhöfe und Aschestreuwiesen zu sorgen. Die Innenministerin erinnerte dann auch an die Absicht der Regierung im Koalitionsabkommen, die zivilen Zeremonien auszubauen, indem den Gemeindeverantwortlichen mehr Möglichkeiten eingeräumt werden sollen, um Zeremonien individueller gestalten zu können.

Rund 52.000 Einäscherungen in knapp 25 Jahren

Der Präsident des Gemeindesyndikates SICEC, dem heute 71 Gemeinden angeschlossen sind, Tom Jungen, merkte in seiner Rede an, dass manch einen beim Erhalt der Einladung zur Einweihung ein mulmiges Gefühl beschlichen haben mag. „Doch dies gehört nun einmal zu unserem Betrieb“, sagte er. In den knapp 25 Jahren seines Bestehens seien rund 52.000 Einäscherungen im einzigen Krematorium Luxemburgs vorgenommen worden.

Die neue Einäscherungsanlage, die leistungsfähiger und sauberer sei, bedeute einen Kapazitätszuwachs für das Krematorium. Zudem entfällt die bisherige Gewichtsobergrenze von 180 Kilogramm. Jungen bedankte sich dann auch bei allen Beteiligten, Mitarbeitern und Bestattungsdiensten für den Einsatz und ihre Geduld in den vergangenen Monaten. Während gut sechs Monaten, in denen die neue Anlage installiert wurde, konnte das Krematorium nur mit einem Ofen betrieben werden.

Rudolf Knedlik von Feuerbestattungen Luxemburg, dem Unternehmen, das das Krematorium betreibt, sagte im Anschluss: „Wir sind ein ganzes Stück weiter“. Er meinte, man könne in Zukunft darüber nachdenken, von Gas auf Elektro umzusatteln. So eine Umrüstung sei jederzeit möglich.

Auf Nachfrage erklärte Jungen, dass die Finanzierung des neuen Ofens über den derzeit gültigen Betriebsvertrag läuft. Mit allen Umbauten und technischen Anpassungen könne man aber von einem Invest von 1,7 Millionen Euro sprechen.