LUXEMBURG
OLIVIER DELVAUX

Seit Anfang Mai empfangen Supermärkte wieder an Sonntagen Kunden, nachdem sie zuvor in der Phase des Lockdowns geschlossen blieben, um ihren Mitarbeitern, die die ganze Pandemie über im Einsatz waren, eine Pause zu gönnen – aber vermutlich auch, weil die meisten Leute, die von zuhause aus arbeiten, ihre Einkäufe unter der Woche oder am Samstag erledigten. Genau dort setzt die Petition von Olivier Delvaux an. Er regt eine Diskussion darüber an, die „grandes surfaces“ wie früher auch in Zukunft an Sonntagen geschlossen zu lassen.

„Ausgangspunkt dieser Petition ist die Feststellung, dass die Nachricht, dass Supermärkte im Lockdown an Sonntagen geschlossen bleiben würden, kaum Kritik hervorgerufen hat. Da habe ich mir die Frage gestellt, warum wir nicht die Situation wie vor einigen Jahren wiederherstellen, da sich zeigte, dass wir uns auch anders arrangieren können, es also auch ohne offene Supermärkte an Sonntagen geht. Ich habe den Eindruck, dass offene Supermärkte an Sonntagen eher ein Angebot sind, und weniger auf einen reellen Bedarf zurückgehen. Ich selbst weiß von Bekannten, die Schichtarbeit leisten, und dennoch in der Lage sind, ihre Einkäufe unter der Woche zu regeln.

Zudem stellt sich die Frage, warum Supermärkte an Sonntagen öffnen sollten, wenn kleine Läden, Bäcker oder Metzger und Tankstellen ohnehin das Nötigste anbieten? Sie bieten ihre Waren für eine kurze Öffnungszeit an. Das reicht vollkommen aus, wenn mal was im Kühlschrank an einem Sonntag fehlt.

Man muss auch sehen, dass die Kunden zumindest in einer ersten Phase nur sehr verhalten wieder auf die Möglichkeit zurückgegriffen haben, ihre Einkäufe am Sonntag zu erledigen, jetzt wo dies wieder möglich ist.

Es stellt sich auch die Frage, ob sich das Kauf- und Konsumverhalten infolge der Pandemie nicht auch verändern wird und die Leute in den kommenden Monaten es eher bei Wocheneinkäufen belassen, statt immer wieder nur ein paar Sachen zu kaufen.

Wenn die vorübergehende Schließung von ‚grandes surfaces‘ im Lockdown auch eine Art und Weise darstellen sollte, um den Beschäftigten, die über die gesamte Dauer der Covid-19-Pandemie im Einsatz waren, Danke zu sagen und einen Tag der Erholung zu gewähren, warum dann nicht daraus ein dauerhaftes Modell machen und den Mitarbeitern ermöglichen, den Tag bei ihrer Familie zu verbringen und vom wöchentlichen Alltagsstress abschalten zu können?

Natürlich ist klar, dass der Vorschlag dieser Petition etliche Fragen aufwirft, die es meiner Meinung aber wert sind, ausdiskutiert zu werden. Sicherlich müsste dazu auch die Politik einen Beitrag leisten.“

Die Petition kann noch bis zum 18. Juni auf der Webseite des Parlaments unterzeichnet werden. Direktlink: tinyurl.com/Petition1578